Landes-Innenminister kündigt hartes Vorgehen gegen rechte Gewalt an - Hooligans spielen in der Region keine Rolle

Landes-Innenminister kündigt hartes Vorgehen gegen rechte Gewalt an - Hooligans spielen in der Region keine Rolle

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) ist besorgt über die Entwicklung der rechten Gewalt. Über 150 gewaltbereite Rechtsextremisten seien im Land aktiv. In der Region gibt es laut Polizei aber keine strukturierte, gewaltbereite rechte Szene.

Rechtsextreme Gewalttäter in Rheinland-Pfalz seien ein ernstzunehmendes Problem. Das sagt der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz im Interview mit unserer Zeitung. Seinen Erkenntnissen nach gibt es einen harten Kern von rund 600 Rechtsextremen im Land, wovon 150 gewaltbereit seien. Gegen Gewaltexzesse wie bei der Demonstration von 5000 Hooligans (gewaltbereite Fußballfans) und Rechtsextremisten in Köln Ende Oktober müsse der Staat mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln vorgehen, sagte Lewentz, der ab Januar auch Vorsitzender der deutschen Innenministerkonferenz ist.

In Rheinland-Pfalz gibt es laut Sicherheitsbehörden derzeit keine Hinweise, dass sich Hooligans und Rechtsextremisten zu einer neuen gewaltbereiten Gruppierung zusammenschließen könnten. Es handele sich vielmehr "um punktuelle Kooperationen und freundschaftliche Verhältnisse von Einzelpersonen", sagt ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Innenministeriums. In ganz Rheinland-Pfalz gebe es rund 150 Hooligans. Laut Innenministerium waren etwa 30 Hooligans aus Kaiserslautern bei der Demo in Köln dabei. Ob auch welche aus der Region teilgenommen haben, steht laut Trierer Polizeipräsidium noch nicht fest. Eine feststrukturierte Hooligan-Szene gibt es nach Polizei-Erkenntnissen in der Region nicht. Im Umfeld der Fußballklubs seien aber 25 gewaltbereite Personen bekannt, die bereits wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch aufgefallen seien. Im vergangenen Jahr wurden in der Region zehn rechtsmotivierte Gewalttaten registriert, im ersten Halbjahr 2014 ist der Polizei eine solche Tat bekannt geworden. Außer der NPD gebe es hier keine "gefestigte rechte, gewalttätige Szene" in der Region. Allerdings machen immer mal wieder rechtsextreme Gruppierungen von sich reden. Vor allem an der Mosel gab und gibt es immer wieder Verbindungen wie etwa die Kameradschaft Moselland oder die Offensive Moselland oder neuerdings die Chaos Crew. Die rechtsextreme Hooligan-Band Kategorie C hat für 5. Dezember "im Raum Trier" ein Konzert angekündigt. Ob gegen das Konzert, zu dem 400 Anhänger erwartet werden, vorgegangen wird, wollte die Polizei nicht sagen.

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