Landes-SPD verlangt Aufklärung über CDU-Spende von Agent Mauss

Landes-SPD verlangt Aufklärung über CDU-Spende von Agent Mauss

Der wegen möglicher Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vor Gericht stehende Ex-Topagent Werner Mauss (76) soll der rheinland-pfälzischen CDU mehrere Tausend Euro gespendet haben. Über die Hintergründe wird nun munter spekuliert.

Die Geschichte ist geheimnisumwittert und passt somit zu dem Mann, um den sie sich rankt: Werner Mauss. Der inzwischen in die Jahre gekommene ehemalige Staubsaugervertreter, Landwirt und Detektiv soll jahrzehntelang für alle möglichen Geheimdienste rund um den Globus als eine Art Spezialagent im Einsatz gewesen sein - ein "Pionier gegen das Verbrechen", schreibt Maus über sich selbst auf seiner Internetseite. Nur selten tauchte das meist undercover arbeitende "Kombinationsgenie" (Mauss über Mauss) in der Öffentlichkeit auf - zuletzt unfreiwillig am Montag als Angeklagter im Bochumer Landgericht. Es geht um Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.

Nach Medienberichten befinden sich in den Ermittlungsakten Kontoauszüge, die darauf hindeuteten, dass Werner Mauss über das Konto eines Anwaltsbüros mehrere Tausend Euro an die CDU gespendet habe. Angebliche Empfänger: der rheinland-pfälzische Landesverband und die Cochem-Zeller CDU. Dort, in Altstrimmig auf den Hunsrückhöhen, bewohnt Mauss ein schmuckes Anwesen mit einer nicht weniger schmucken Reithalle. 20 Millionen Euro soll das gesamte Anwesen wert sein.

Stimmt es denn, dass Mauss der Cochem-Zeller CDU Geld gespendet hat? "Wir halten uns an Recht und Gesetz, erst ab einer bestimmten Größenordnung die Spendernamen zu veröffentlichen", sagt die Vorsitzende Anke Beilstein. Und in dieser Größenordnung habe man keine Spender. Von den anderen Spendern wolle und müsse sie die Namen nicht nennen, fügt die CDU-Landtagsabgeordnete hinzu. Die Landes-CDU verweist auf die sechs Jahre zurückliegende Spende einer Eise8nacher Anwaltskanzlei über insgesamt 18.500 Euro. Das Geld sei ordnungsgemäß im Rechenschaftsbericht veröffentlicht worden. "Aus welchen Einkünften der Spender das Geld erhalten hat, ist uns nicht bekannt", sagt CDU-Sprecher Tobias Diehm unserer Zeitung. Fakt ist indes, dass die Eisenacher Kanzlei eine Partnerkanzlei im Hunsrück hat, die in der Vergangenheit auch schon den in der Nähe wohnenden Topagenten vertreten hat.

Gibt es denn wenigstens eine Bestätigung dafür, dass Werner Mauss vor nicht allzu langer Zeit seinen auf den Tarnnamen Claus Möllner ausgestellten Reisepass bei der zuständigen Verbandsgemeinde Zell verlänger ließ? "Weiß ich nicht", sagt Bürgermeister Karl Heinz Simon (SPD), "und wenn, dann geht man damit nicht an die Presse." Außerdem: Wenn jemand einen gültigen Pass vorlege, dann bekomme er denn auch verlängert. Sollte ich weitere Fragen haben, so der Bürgermeister abschließend, dann möge ich mich doch bitteschön an die Bundesregierung wenden.

Das passt doch dann wieder gut zur geheimnisumwitterten Geschichte um den einstigen Topagenten.Stichwort: Parteispenden

Parteien finanzieren sich aus staatlichen Zuwendungen, Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Parteispenden über 50.000 Euro müssen direkt veröffentlicht werden. Spenden über 10.000 Euro stehen in den jährlich erscheinenden Rechenschaftsberichten. Laut Parteiengesetz sind etwa anonyme Spenden von mehr als 500 unzulässig. Nach Angaben des Vereins Lobbycontrol bleibt ein Großteil der Spenden von Unternehmen und Verbänden anonym. sey

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