Landesärzte: Kein Geld für Homöopathie

Kostenpflichtiger Inhalt: Gesundheit : Landesärztekammer fordert: Kein Geld für Homöopathie

Landesärztekammer-Chef Günther Matheis lehnt ab, dass Krankenkassen für homöopathische Arzneimittel zahlen. Er fordert die Abschaffung des Heilpraktiker-Berufs.

„Nach meiner Meinung sollen sich Kassen das Geld sparen und die Solidargemeinschaft nicht belasten, weil Homöopathie nichts bewirkt“, sagte der Trierer unserer Zeitung. Er fordert, Frankreich zu folgen, wo Patienten sämtlichen homöopathischen Mittel ab 2021 aus eigener Tasche zahlen müssen.

In Deutschland lehnt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein solches Verbot für die Krankenkassen ab. Spahn hatte deutlich gemacht, dass er nicht an der Erstattung rütteln will und auf den kleinen Anteil von 20 Millionen für Homöopathie bei Gesamtausgaben von 40 Milliarden Euro verwiesen. Viele Kassen erstatten in Deutschland die Behandlungskosten für Naturheilverfahren, weil es eine Nachfrage dafür gebe, heißt es. Zum Leistungskatalog gehört die Homöopathie aber nicht.

Auch die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) lehnt es ab, die Erstattung rigoros zu unterbinden. „Die Landesregierung vertritt die Auffassung, dass die derzeitige Möglichkeit der freiwilligen Satzungsleistungen beibehalten werden sollte“, sagt sie. Ärzte, die mit Homöopathie arbeiten, verweisen auf die Wirksamkeit von Globuli, Bachblüten und Salben. Matheis widerspricht dem. „Das einzige Argument ist der Placebo-Effekt, weil Glaube bekanntlich Berge versetzt. Es gibt keinerlei Beweise, dass Homöopathie wirkt.“ Die homöopathische Weiterbildung von Ärzten nicht anzuerkennen – wie es die Bremer Ärztekammer nun angekündigt hat – komme in Rheinland-Pfalz nicht infrage. Das Risiko sei zu groß, dass Patienten dann zu Heilpraktikern strömten, die „abgeschafft gehören“, wie Matheis fordert.

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