Landesgrüne wählen neue Spitze

Landesgrüne wählen neue Spitze

Die rheinland-pfälzischen Grünen wählen am Wochenende eine neue Führungsspitze. Ungewöhnlich: Die aus der Region Trier kommende Vorstandssprecherin Britta Steck begnügt sich künftig mit dem Posten der Schatzmeisterin.

Mainz/Trier. Nach nur zwei Jahren im Amt gibt die in Gornhausen (Kreis Bernkastel-Wittlich) lebende Britta Steck am morgigen Samstag in Bingen ihren Posten als Chefin der Landesgrünen wieder auf. "Aus familiären Gründen", sagte die dreifache Mutter gestern im Gespräch mit unserer Zeitung, "ich werde wieder mehr zu Hause gebraucht". Dennoch will die 47-Jährige auch dem neuen Grünen-Landesvorstand angehören - als Schatzmeisterin. Ein Job, den Britta Steck nur zur gut kennt. Mit einer kleinen Unterbrechung war sie von 1992 bis zur ihrer Wahl als Vorstandssprecherin für die Finanzen der Partei zuständig. "Als Schatzmeisterin agiere ich mehr im Hintergrund", sagt Steck, "kann mir die Arbeit besser einteilen."
Ihr einstiger Nachfolger als Schatzmeister, Thomas Petry, könnte Britta Steck nun auch im Amt an der Vorstandsspitze folgen. Einzige Voraussetzung: Er setzt sich am Samstag in einer Kampfabstimmung gegen den (neben Steck) amtierenden Vorstandssprecher Uwe Diederichs-Seidel durch. Für den Sprecherinnen-Posten kandidiert die Mainzer Grünenchefin Katharina Binz.
Mit etwas Glück könnten dem neuen fünfköpfigen Landesvorstand sogar zwei Grünen-Politiker aus der Region Trier angehören. Denn für einen der beiden Beisitzerposten bewirbt sich der erst 20-jährige Trierer Politikstudent Sven Dücker.
Zu dem zweitägigen Parteitag in Bingen werden über 200 Delegierte erwartet. Inhaltlich geht es unter anderem um die Themen kommunale Finanzen, Gerechtigkeit und Inklusion, also das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Menschen. Als prominenter Berliner Gast wird am Samstag der grüne Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Jürgen Trittin, erwartet.
Die scheidende Vorstandssprecherin Britta Steck schließt derweil nicht aus, eines Tages womöglich noch einmal für die Parteispitze zu kandidieren: "Man sollte niemals nie sagen."