Landeskinder dürfen feiern

Geburtstage sollten feste gefeiert werden - die runden allemal. Entsprechend steht in Mainz alles in den Startlöchern, denn das Landesjubiläum am 18. Mai naht. Als erstes musste natürlich ein 60-Jahr-Logo gestaltet werden, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu erreichen.

Kostenpunkt: 9000 Euro. Der Landtag ließ seinen Innenhof schmucker gestalten, wobei allerdings die frisch gesetzten Lebensbäume nicht die Gnade von Landtagspräsident Joachim Mertes fanden. Statt des bereits wieder ausgebuddelten "Abfalls aus Holland" sollen demnächst heimische Gewächse grünen. Die rund 80 Thuja-Pflanzen wurden der Mainzer Stadtgärtnerei geschenkt. Die Stadt selbst griff bislang unbekannt tief in ihren Säckel und machte aus dem mit Waschbetonkübeln verseuchten Vorplatz ein pflanzenloses Forum nach römischer Sitte, um Freiraum zu schaffen.Am 18. Mai kann somit in angemessenem Ambiente rund um den Landtag ein Verfassungs- und Bürgerfest mit Open-air-Musik, kulinarischen Eifel-Spezialitäten und Werbung für die Regionen des Landes über die Bühne gehen. Und damit die Bürger wissen, was sie an Rheinland-Pfalz haben, ist einen Tag später im Landtag und in vielen kommunalen Behörden ein Tag der offenen Tür angesagt. Während in vielen Vorträgen rund um den Landesgeburtstag sich Wissenschaftler, Zeitzeugen oder Politiker Gedanken machen, was das Land über all die Jahre zusammenhielt und -hält, hat sich die Landeszentrale für politische Bildung ein besonderes Geburtstagsgeschenk ausgedacht. Gab es zum 50. Jubiläum noch das große Rheinland-Pfalz-Spiel mit Würfel und Fragekarte (Wo ist die Porta Nigra?), um das Land zu erkunden, gehen die Bildungsexperten zehn Jahre später mit der Zeit und legen eine Computerfassung der Reise durch die Regionen vor. Bei richtigen Antworten flimmern zur Belohnung Videos über den Bildschirm. Gewinner sind dann wohl echte Landeskinder - auch wenn der Ritt durch die digitale Welt nur der zweitbeste Weg sein dürfte, die Heimat kennen zu lernen.