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Landtag debattiert und streitet über Bahnverkehr entlang der Mosel

Landtag debattiert und streitet über Bahnverkehr entlang der Mosel

Eine knappe Stunde hat der Mainzer Landtag gestern über den bald nicht mehr vorhandenen Bahnfernverkehr auf der Moselstrecke gestritten. Wer zugehört hat, dachte, am Sonntag sei Landtags- und nicht Bundestagswahl.

Ende nächsten Jahres ist Zapfenstreich für die letzten beiden verbliebenen Fernzüge durch Trier. Ein Armutszeugnis für die Bahn und eine bittere Pille für die abgehängten Menschen - in dieser Bewertung sind sich die Landtagsabgeordneten aus der Region Trier einig. Da spielt das Parteibuch keine Rolle.

Das zückten Astrid Schmitt (SPD), Bernhard Henter (CDU) und Jutta Blatzheim-Roegler (Grüne) gestern im Landtag erst, als es an die Schuldzuweisung ging. Wobei der Mainzer Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) den Schlagabtausch eröffnete. Seine Diagnose: Die Bahn schiebe die Region Trier aufs Abstellgleis. Und CDU-Mann Bernhard Kaster lüge, wenn er Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) den Schwarzen Peter zuschiebe. Kaster mache in Sachen Verkehr "immer einen auf dicke Arme", sekundierte Astrid Schmitt ihrem Parteifreund.

Ein Unding, wie Kaster beschimpft werde, kontert CDU-Parlamentarier Henter. Schließlich setze sich der Trierer Bundestagsabgeordnete für eine vernünftige Bahn- und Straßenanbindung ein wie sonst niemand. Und für die miese Straßenanbindung sei ja nun mal das Land verantwortlich. Da hielt es Jutta Blatzheim-Roegler nicht mehr auf ihrem Stuhl: "Kaster - ist das nicht der Politiker mit dem wieder eingestampften Kaster-Express?", lästerte die Grüne.

Wie gesagt: Es ist die Endphase des Wahlkampfs. Und der strahlte gestern mächtig aus. sey