Landtagsabgeordnete: Viele neue grüne Gesichter

Landtagsabgeordnete: Viele neue grüne Gesichter

Zwölf Rückkehrer, drei Neulinge, ein Verlierer: So sind die Abgeordneten der Region nach der Wahl aufgestellt. Auffälligste Änderung: Der Neu-Einzug mehrerer grüner Mandatsträger. Mit Alfons Maximini (SPD) muss aber auch ein Parlamentarier seinen Sitz räumen, nachdem er das Direktmandat verpasste.

Der Mega-Trend der Landtagswahl spiegelt sich auch in der Region Trier wider: Die Grünen konnten flächendeckend Wähler anziehen, auch in früheren Diaspora-Gebieten wie der Eifel erreichten sie überall mindestens zwölf Prozent. In Trier und dem Umfeld der Stadt gab es sogar 20 Prozent und mehr. Von ihren drei neuen Abgeordneten Jutta Blatzheim-Roegler, Stephanie Nabinger und Dietmar Johnen sind zumindest die beiden Letztgenannten bislang außerhalb ihrer Gemeinden unbeschriebene Blätter.

CDU schafft es, den Wahlkreis Konz/Saarburg umzudrehen



Exakt umgekehrt die Entwicklung bei der FDP: Selbst in ländlichen Stammgebieten hatten die Liberalen Mühe, die Fünf-Prozent-Hürde zu überwinden - rund um die Stadt Trier blieben sie völlig chancenlos.

Einen Direkt-Wahlkreis zu drehen, gelang nur einmal: Bernhard Henter (CDU) jagte seinem Konkurrenten Alfons Maximini (SPD) mit gerade mal 1,4 Prozent Vorsprung das Mandat in Konz-Saarburg ab. Tragisch für den Sozialdemokraten: Im Gegensatz zu Henter hatte er keinen ausreichend gesicherten Listenplatz.

Christdemokraten in der Stadt Trier so schwach wie noch nie



Eine schwere Niederlage bringt die Wahl für die Trierer CDU. Nicht nur, dass ihr Kandidat Bertrand Adams bis zuletzt um den Wiedereinzug zitterte: Mit einem Stimmenanteil von 31,7 Prozent musste Adams auch eine heftige Schlappe gegen SPD-Kandidatin Malu Dreyer (40,6 Prozent) einstecken. Mit 30,8 Prozent gab es auch bei den Listenstimmen für die CDU einen neuen Tiefpunkt in der Stadt - gegen den Landestrend verlor sie weitere 2,5 Prozent. Fast wären die Christdemokraten gar noch von den Grünen (25,5 Prozent) eingeholt worden.

In den Eifel- und Moselkreisen gab es keine Erdrutsche, die CDU-Direktkandidaten holten ihre Mandate wieder, allerdings mit unterschiedlichen Akzenten.

EXTRA: Alle Abgeordneten aus der Region auf einen Blick
Keine Chance für die SPD in der Eifel



Das größte überregionale Augenmerk galt dem Wahlkreis Bitburg-Prüm, den Michael Billen mit zwei Prozent Vorsprung retten konnte. Ganz ungerupft kam der CDU-Renegat freilich nicht davon: Er blieb um mehr als drei Prozent hinter dem Stimmanteil der CDU in seinem Wahlkreis zurück und verlor ein Viertel seiner Direktstimmen. Dennoch kann er das Ergebnis als Erfolg buchen.

Ein souveränes Ergebnis meldete Alexander Licht aus dem Wahlkreis Bernkastel/Morbach/Kirchberg: Mit mehr als 40 Prozent blieb er ungefährdeter Platzhirsch. Hier erzielte die FDP mit 5,7 Prozent ihr bestes Einzelergebnis in der Region. Im benachbarten Wahlkreis Wittlich fuhr CDU-Titelverteidigerin Elfriede Meurer mit 45,4 Prozent einen unangefochtenen Sieg ein.

Arnold Schmitt, der König unter den Erststimmen-Sammlern



Als König unter den Erststimmen-Sammlern der Region entpuppte sich der CDU-Abgeordnete Arnold Schmitt im Wahlkreis Trier-Saarburg. Mit 41,8 Prozent holte er gut fünf Prozent mehr als seine Partei - wohingegen Konkurrentin Ingeborg Sahler-Fesel hinter dem Parteiergebnis der SPD zurückblieb.

Gedanken über sein Standing im Wahlkreis muss sich auch der langjährige CDU-Abgeordnete Herbert Schneiders in der Vulkaneifel machen. Mit 39,3 Prozent lag er drei Prozent hinter seiner eigenen Partei - ein eher ungewöhnlicher Vorgang, zumal seine SPD-Herausforderin Astrid Schmitt vier Prozent mehr holte als ihre Partei. Dennoch blieb das Mandat bei Schneiders.

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