1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Landwirtschaftskammer fordert eine Million Euro zusätzlich

Landwirtschaft : Landwirtschaftskammer fordert eine Million Euro zusätzlich - Mainz will vorerst nicht mehr Geld locker machen

Die Landwirtschaftskammer fordert mehr Geld aus Mainz, allerdings ohne Erfolg.

(Mos) Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz sieht sich finanziell am Rande ihrer Möglichkeiten und fordert die Landesregierung auf, mehr Geld zu zahlen. Und zwar zusätzlich eine Million Euro. Dieses Geld benötige sie für die berufliche Aus- und Weiterbildung in den Grünen Berufen. Also zum Beispiel für die Erstausbildung oder für Meisterkurse von Winzern, Landwirten, Gärtnern, Forst- oder Pferdewirten.

Das Landwirtschaftsministerium betont, es zahle der Kammer mit 7,4 Millionen Euro im kommenden Jahr sogar mehr als zuvor. Warum also reicht das plötzlich nicht mehr?

Kammer-Direktor Alfons Schnabel zufolge sind die Kosten für Personal und Energie stark gestiegen. Zudem habe man für die coronabedingten Online-Seminare EDV anschaffen müssen.

Etwa 1,5 bis 1,7 Millionen Euro müsse man Jahr für Jahr zur Erledigung dieser Aufgabe aus eigenen Mitteln zuschießen. „Wenn es uns nicht gäbe, müsste das Land diesen Aufgabenbereich vollständig aus Landesmitteln finanzieren“, sagt Präsident Norbert Schindler, um der Forderung Nachdruck zu verleihen. Allerdings ohne Erfolg. Mehr Geld wird Mainz vorerst nicht locker machen. Stattdessen soll Schindlers Haus sparen: Nach einer Prüfung des Rechnungshofs muss er Stellen streichen. Wenn auch in einem ganz anderen Bereich: Als Pflichtaufgabe hat die Kammer für das Land die Erfassung und Prüfung der Weinbauflächen übernommen. 11,5 Stellen fallen dort weg. Nach Ansicht der Rechnungsprüfer hätten es sogar 24 sein sollen. Doch das Land lenkte ein. Die Forderung, nun noch eine Million mehr zu bekommen, sei schon recht sportlich, sagt Ministeriumssprecherin Susanne Keeding.

Mithilfe von Rücklagen kommt die Kammer aktuell noch über die Runden. „Aber wenn wir vom Land nicht mehr Geld erhalten, dann werden wir Aufgaben reduzieren müssen“, kündigt Schnabel an.