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Lauter kleine, rote Märxe

Lauter kleine, rote Märxe

Der Allvater der Kommunismus als roter Gartenzwerg, der zu Hunderten vor der Porta herumsteht? Trier macht\'s möglich, seit der olle Karl Marx hierzulande nicht mehr als peinlicher Altvorderer, sondern als Säulenheiliger der Stadt gehandelt wird. Das Stadtmuseum Simeonstift lud anlässlich des 130. Todestags zu einer Riesen-Schau über "Kultbilder und Bilderkult" zum berühmtesten Sohn Triers.

Und als Rahmenprogramm gab\'s 500 Marxe vor der Porta, ausgestellt vom (Vermarktungs-)Künstler Ottmar Hörl, präsentiert von Kult-Politiker Gregor Gysi. Käuflich zu erwerben für stolze 300 Euro pro Stück, auf dass der Mehrwert als Lohn der Kreativität in die Taschen des Kultur-Unternehmers fließe. Die Trierer sahen die Chose, ganz im Sinne von Marx, flexibel: Jeder zehnte der kleinen Roten wechselte den Besitzer ganz ohne Kaufvertrag - gemäß der alten Devise des Marx-Freundes Proudhon: "Eigentum ist Diebstahl".
(DiL)/Tv-Foto: Archiv/Friedemann Vetter