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Lehmann macht’s noch einmal

Lehmann macht’s noch einmal

FULDA/TRIER. Der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann bleibt Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Der 69-Jährige wurde am Dienstag von den 67 Konferenz-Teilnehmern bereits im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Im Vorfeld war auch Triers Bischof Reinhard Marx (51) als möglicher Lehmann-Nachfolger gehandelt worden.

Monatelang hatte Karl Lehmann eisern geschwiegen, kein Wort darüber verloren, ob er für weitere sechs Jahre als Chef der Deutschen Bischofskonferenz zur Verfügung stehen würde. Am Abend vor der entscheidenden Sitzung im Bonifatiussaal des Fuldaer Priesterseminars rutschte Lehmann vor Journalisten dann aber doch eine Äußerung raus, die an einer neuerlichen Kandidatur des 69-Jährigen keine Zweifel mehr aufkommen ließ: "Mehr sage ich Ihnen am Freitag." Die Pressekonferenz zum Abschluss der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe hält traditionell der Vorsitzende ab - ein deutliches Signal also, dass der seit 1987 amtierende Lehmann seinen Hut noch einmal in den Ring werfen würde. Die gestrige Wahl war denn auch keine Überraschung mehr. Gleich im ersten Wahlgang erreichte Lehmann die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit. Wie viele Stimmen der Mainzer Kardinal in der streng abgeschirmten Sitzung der Kirchenoberhäupter genau bekam, wurde nicht mitgeteilt. Im Vorfeld der Vollversammlung war in Kirchenkreisen viel über einen möglichen Verzicht Lehmanns auf eine vierte Amtszeit spekuliert worden; ebenso über mögliche Kandidaten für die Nachfolge. Zu den aussichtsreichsten Aspiranten gehörte neben dem Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch (67) auch der Trierer Bischof Reinhard Marx. Der 51-Jährige sei noch nicht lange genug im Amt und habe (noch) nicht die theologische Statur eines Karl Lehmann, meinten hingegen Skeptiker. Marx selbst hatte sich zu den Spekulationen um seine Person nie öffentlich geäußert, ließ statt dessen seine Pressestelle ein Loblied auf den amtierenden Vorsitzenden singen. Die Pressestelle von Medienprofi Marx war es auch, die nach der Wahl ein Gratulationsschreiben an Lehmann verbreitete, kaum waren die Stimmen für den alten und neuen Konferenz-Vorsitzenden ausgezählt. Die Botschaft hinter dem Schreiben war klar: Das Marx-Statement war lange vorbereitet, vermeintliche Ambitionen des Trierer Bischofs entbehrten somit jeder Grundlage. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", heißt es dagegen aus Kreisen der Deutschen Bischofskonferenz. In sechs Jahren, dann sei Marx vermutlich Erzbischof von Köln, werde schließlich erneut ein Nachfolger für Lehmann gesucht.