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| 05:21 Uhr

Lehrer wechseln in andere Bundesländer: GEW will mehr Geld

Ein Schüler meldet sich im Unterricht. Foto: Armin Weigel/Archiv
Ein Schüler meldet sich im Unterricht. Foto: Armin Weigel/Archiv FOTO: Armin Weigel
Mainz. Mindestens 265 Lehrer sind im vergangenen Schuljahr in andere Bundesländer gewechselt - gleichzeitig sind 183 Lehrer aus Hessen, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen nach Rheinland-Pfalz gekommen. Dies geht aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Das Thema steht heute auch auf der Tagesordnung im Bildungsausschuss. dpa

Der negative Saldo aus Zu- und Abwanderung betrug im vergangenen Jahr 82 - 2014 waren es 44. Dabei sind sowohl die Veränderungen beim Lehreraustauschverfahren berücksichtigt als auch Versetzungen aufgrund von Bewerbungen im regulären Einstellungsverfahren. Beim Austauschverfahren wird seit 1976 der Wechsel von unbefristet beschäftigten oder beamteten Lehrern aus sozialen Gründen in ein anderes Bundesland geregelt. Bei nicht beamteten Lehrern - das ist die Minderheit - werden nur die Wechsel im Austauschverfahren erfasst.

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Wechsel von Lehrkräften zwischen Bundesländern sei kein neues Phänomen. Gemessen an mehr als 40 000 Lehrerinnen und Lehrern in Rheinland-Pfalz sei der Umfang dieser Wechsel sehr gering. „Nichtsdestotrotz ist es richtig, dass wir angesichts eines bundesweit aufziehenden Fachkräftemangels an Grund- und Förderschulen auch in Konkurrenz zu den angrenzenden Bundesländern stehen.“ Bisher konnten in Rheinland-Pfalz nach Angaben der Ministerin im Gegensatz zu anderen Ländern alle Planstellen an den Grundschulen besetzt werden.

Die Versetzungsanträge im Austauschverfahren sind weit höher als die tatsächlichen Versetzungen - im vergangenen Jahr waren das 443 Anträge bei 106 tatsächlich vollzogenen Versetzungen. Die meisten Lehrer beantragen einen Wechsel nach Baden-Württemberg (143), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (98), Hessen (92), Bayern (32) und dem Saarland (29). Nach Schulformen kamen die meisten Anträge von Lehrern an Gymnasien (185) und Grundschulen (139). Bei bewilligten Versetzungen war diese Rangfolge umgekehrt: 53 von Lehrerinnen und Lehrern an Grundschulen und 27 aus Gymnasien.

Vor allem in grenznahen Regionen zu Hessen und Nordrhein-Westfalen gebe es die Tendenz zur Abwanderung von Lehrern, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Klaus-Peter Hammer, der Deutschen Presse-Agentur. Im Westerwald oder auch in Mainz sei dies deutlich erkennbar. „Hessen und Nordrhein-Westfalen zahlen eindeutig besser als Rheinland-Pfalz“, sagte Hammer. Die Abwanderung sei kein Massenproblem, müsse aber in Zeiten des Lehrkräftemangels genau beobachtet werden. Daher habe der DGB Rheinland-Pfalz das Finanzministerium aufgefordert, bei der Beamtenbesoldung deutlich nachzubessern.

Seit der Föderalismusreform von 2006 regeln die Bundesländer die Vergütung ihrer Lehrer selbst. Beamte werden nach den Besoldungstabellen des Landes vergütet, angestellte Lehrer meist nach dem Tarifvertrag der Länder. In der GEW-Liste der Brutto-Einstiegsgehälter für Lehrkräfte nach dem zweiten Staatsexamen liegt Rheinland-Pfalz sowohl bei Lehrern an Grundschulen als auch bei Studienräten an Gymnasien teilweise deutlich hinter den anderen Bundesländern.

Einstiegsgehälter für Lehrkräfte