Leiche von Lolita wird in vier Metern Tiefe vermutet

Leiche von Lolita wird in vier Metern Tiefe vermutet

Die Polizei sucht seit Donnerstagmorgen im Eifeldorf Frauenkron (Kreis Euskirchen) mit 20 Einsatzkräften, mit Baggern und Leichenspürhunden nach den sterblichen Überresten von Lolita Brieger.

Frauenkron. Eine gerodete Fläche, zwei Bagger, Menschen mit Werkzeug: Es sieht aus wie irgendeine Baustelle in irgendeinem Stück Eifelwald, aber es ist wahrscheinlich ein schrecklicher und trauriger Ort. Hier, auf einer renaturierten Mülldeponie in der Nähe des Dörfchens Frauenkron, soll Lolita Brieger vergraben worden sein.
Als sie im November 1982 eines vermutlich gewaltsamen Todes starb, war sie 18 Jahre alt und schwanger. Ihr damaliger Freund, ein heute 50-jähriger Ex-Landwirt aus dem Nachbardorf Scheid (Landkreis Vulkaneifel), sitzt seit September unter Mordverdacht in Untersuchungshaft. Er soll auch der Vater des Kindes sein, das Lolita Brieger damals erwartete (der TV berichtete). Am Tag ihres Verschwindens soll sie sich noch einmal mit ihm getroffen haben. Danach, so heißt es, sei sie mit dem Vater ihres Freundes verabredet gewesen, in einem Gasthaus. Aber dort kam sie nie an.
Auf die Spur des Tatverdächtigen hatte die Ermittler ein Zeuge gebracht, der an der Beseitigung des Leichnams beteiligt gewesen sein will. Er hatte der Polizei auch die Stelle im Wald angegeben, an der nun nach den Überresten gegraben wird - und zwar vorsichtig: Schicht um Schicht trägt ein kleiner Bagger am Donnerstag Erde und Bauschutt ab, ein zweiter schafft den Aushub fort.
Die Beamten glauben dem Mann, der ihnen von der Leichenbeseitigung erzählte: "Wenn der Zeuge nicht glaubwürdig wäre, hätte der Ermittlungsrichter keinen Haftbefehl gegen den Beschuldigten erlassen", sagt Staatsanwalt Eric Samel.
Und sie sind zuversichtlich, dass sie den Leichnam finden werden - mitsamt beweiskräftigen Spuren, die vielleicht sogar Aufschluss darüber geben, wie Lolita Brieger ermordet wurde.
Zudem wissen sie genau, wonach sie Ausschau halten müssen: Laut Angaben des Zeugen war die tote Frau mehrfach in Plastikfolie eingewickelt. "Wir wissen, dass es eine alte Silofolie ist. Und dass sie noch nicht verrottet ist", sagt der Einsatzleiter, Kriminalhauptkommissar Wolfgang Schu.
Ein schneller Fund allerdings würde die Verantwortlichen überraschen: "Das ist sehr schwierig nach so vielen Jahren", sagt Monika Peters, Sprecherin des Polizeipräsidiums Trier. Das Gelände sei in den vergangenen 29 Jahren stark verändert worden, erklärt Eric Samel. "Eigentlich suchen wir die ganze Deponie ab." Zudem vermutet er, dass die Leiche in bis zu vier Metern Tiefe liegen könne. Die Suche werde vielleicht bis in die kommende Woche dauern.
Und wenn man nichts findet? Die Ermittlungen, sagt Samel, beschränkten sich ja nicht allein auf die Deponie. Man stehe in Kontakt mit "anderen Zeugen und anderen Hinweisgebern".
Für Monika Peters zählen zwei Dinge: Das eine sei die strafrechtliche Seite - "die Aufgabe des Staates, etwas zu beweisen", sagt die Polizeisprecherin.
Das andere aber sei die menschliche Dimension: Lolita Briegers Familie müsse endlich Gewissheit haben.