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Lemke sieht gute Infrastruktur auf dem Land

Lemke sieht gute Infrastruktur auf dem Land

Obwohl der ländliche Raum Einwohner verliert, sind laut Wirtschaftsministerin Eveline Lemke fast alle Mittelzentren in Rheinland-Pfalz wie Bitburg oder Schweich gut mit Schulen oder Schwimmbädern ausgestattet.

Mainz. Gleichwertige Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land - das ist eines der zentralen politischen Ziele der rot-grünen Landesregierung. Wie es damit aussieht, zeigt der Raumordnungsbericht auf, der alle fünf Jahre erscheint und Unmengen von Daten enthält. Er gilt laut Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) als "beliebtes Nachschlagewerk" und als "wichtige Grundlage für politische Entscheidungen und Strategien".
Bei der Präsentation des neuen Berichtes, 214 Seiten stark, räumt die Ministerin ein, "dass eine komplette Gleichstellung zwischen Stadt und Land nicht zu verwirklichen ist". Die Daseinsvorsorge werde infolge des demografischen Wandels mit schrumpfender und älter werdender Bevölkerung schwieriger.
Doch Lemke betont: "Eine Mindestausstattung wird gewährleistet." Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Frei- und Hallenbäder, Bibliotheken, Bahnhöfe oder Gerichte: Diese wichtigen öffentlichen Einrichtungen finden Bürger in den fünf Ober- und/oder in den 83 Mittelzentren des Landes.
Landesplanerin Andrea Lagemann zeigt auf, dass dabei allerdings eine "zumutbare Erreichbarkeit" zugrunde gelegt wird. Sie beläuft sich auf eine halbe Stunde Fahrt mit dem Auto oder 45 Minuten mit Bus oder Bahn.
Als großen Erfolg verbucht es die Ministerin, dass der Flächenverbrauch stark eingedämmt worden sei. Im vergangenen Jahr wurden täglich 1,35 Hektar Fläche für Straßen oder neue Wohngebäude verbraucht.Flächenverbrauch stark gesunken


Zehn Jahre zuvor hatte der Wert noch acht Hektar betragen. Die Strategie der Landesregierung, zum Beispiel für Gewerbegebiete erst in den Innenbereichen nach brachliegenden Flächen zu suchen anstatt auf der grünen Wiese, zahle sich aus.
Als "Mega-Trend" neben der weiter zu verzeichnenden Landflucht bezeichnet es die Ministerin, dass junge Menschen und Familien in "verdichtete Räume" ziehen. Sie nennt als Beispiele hierfür die Kreise Bitburg-Prüm und Trier-Saarburg. Grund ist deren Nähe zu Luxemburg, wo gut dotierte Arbeitsplätze locken. Auch die Baulandpreise seien niedriger als in Oberzentren.
Anders als bis 2008 verbucht Rheinland-Pfalz wieder einen Zustrom an Menschen. Er beläuft sich im Saldo auf rund 13 000 Personen. Gleichwohl arbeitet die Landesregierung an einer Image-Kampagne. Lemke sagt: "Wir sind einfach toll. Das müssen wir nach draußen tragen." Um die Vorzüge des Landes vor allem für Fachkräfte herauszustreichen, läuft eine Ausschreibung für die Werbeaktivitäten. Kernpunkt ist ein mehrsprachiger Internetauftritt. Die Staatskanzlei hat die Federführung.