Letzte Ausfahrt vor der Kollision?

Letzte Ausfahrt vor der Kollision?

Die Gesellschafter der Nürburgring Automotive GmbH (NAG) sind noch einmal auf die rot-grüne Landesregierung zugegangen. Obwohl die Verhandlungen eigentlich gescheitert sind, haben ihre Anwälte ein (letztes) Vergleichsangebot formuliert und zustellen lassen.

Nürburg. In einer Erklärung der Gesellschafter der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), Jörg Lindner und Kai Richter, an die rheinland-pfälzische Landesregierung heißt es: "Aus Sicht der NAG ist ein Schiedsverfahren trotz der Aktivierung der Klagen durch das Land Rheinland-Pfalz ohne Vorbedingungen möglich und sinnvoller als ein jahrelanger Rechtsstreit." Lindner und Richter bestreiten ausdrücklich, dass sie einen "goldenen Handschlag" zur Vorbedingung für das Schiedsverfahren gemacht haben. Das Drängen auf eine hohe Abfindung war in Regierungskreisen als Grund dafür genannt worden, dass es zu keiner gütlichen Einigung kam. Inzwischen wurde die Räumungsklage auf den Weg gebracht.
NAG-Geschäftsführer Lindner betonte, dass die privaten Betreiber das Areal nicht vor dem Herbst räumen werden. Wörtlich heißt es: "Sollte das Land Rheinland-Pfalz unabhängig vom Ausgang des Schiedsverfahrens auf einer vorzeitigen Rückgabe des Unternehmens bestehen, könnte dies frühestens nach Ende der laufenden Saison zum 31. Oktober 2012 in einem geordneten wirtschaftlichen Komplex erfolgen." Die Pächter wollen offenbar die Möglichkeit für einen Neuanfang schaffen, der durch das Beihilfeverfahren der EU-Kommission vermutlich ohnehin nötig wird. Im Gespräch ist eine Ausschreibung oder gar ein Verkauf von Teilen oder der ganzen Ring-Immobilie. Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat jüngst erklärt, dass er einen Kompromiss noch immer nicht ausschließt, falls die NAG den Kurs wechselt. Land und (gekündigte) Pächter streiten seit Monaten um ausstehende Pachtzahlungen und die Interpretation der Verträge. DB