Limburger Bischof fliegt mit Billig-Airline Ryanair nach Rom

Limburger Bischof fliegt mit Billig-Airline Ryanair nach Rom

Franz-Peter Tebartz-van Elst, wegen seines millionenteuren Amtssitzes umstrittener Bischof des Bistums Limburg, ist nach Informationen des Trierischen Volksfreunds bereits am Sonntagmorgen vom Hunsrück-Flughafen Hahn aus nach Rom geflogen. Dort führt er Gespräche im Vatikan über seine Zukunft als Kirchenmann.

Nach Informationen des Trierischen Volksfreunds hat der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst am Sonntagmorgen zu einem Ryanair-Flug auf dem Hunsrück-Flughafen Hahn nach Rom eingecheckt. Er sei auf dem Flughafen in Begleitung dreier Männer gewesen, "drei starke Kerle", die wie Sicherheitsleute aussahen, berichtete eine Augenzeugin dem Volksfreund.

"Wir haben auf dem Hahn um 5.20 Uhr eingecheckt, mein Mann ist auf dem Weg zu einer Pilgerreise nach Spanien", sagte Britta Konsalik-Pistol aus Trier am Sonntag dem Trierischen Volksfreund. "Dann öffnete kurz darauf ein zweiter Schalter, an dem der Bischof eincheckte." Tebartz-van Elst sei in Zivil gewesen, habe eher Kleidung getragen, "die man als Sportswear beschreiben kann", sagte Konsalik-Pistol. Zwei seiner Begleiter seien nur bis zum Check-in dabei gewesen, ein weiterer Mann sei bei dem Bischof geblieben.

Um 6.25 Uhr geht ab dem Flughafen Hahn ein Flug in Richtung Rom (Ciampino). Tickets für solche Flüge in den kommenden Tagen kosten zwischen knapp 126 und 207 Euro pro Erwachsenem; der reguläre Tarif beträgt laut der Website des Fluganbieters, der irischen Billig-Airline Ryanair, 176 Euro.

Die Pressestelle des Bistums Limburg wollte dem Trierischen Volksfreund gegenüber den Abflug per Billig-Airline ab Hahn offiziell weder bestätigen noch dementieren. "Der Bischof ist in Begleitung eines Mitarbeiters in Rom", sagte Martin Wind, Pressesprecher des Bistums Limburg, dem Volksfreund jedoch. Er habe sich nicht in Begleitung eines Sicherheitsmanns befunden. "Ich nehme an, dass der Bischof im Vatikan Gespräche führen wird", sagte der Sprecher von Tebartz-van Elst weiter. Wie lange der Limburger Bischof bleibt und mit wem er in Rom spricht, konnte der Sprecher am Sonntag nicht sagen.

Tebartz-van Elst steht wegen des teuren Neubaus seiner Bischofsresidenz unter Druck. So war bekanntgeworden, dass die Kosten auf mindestens 31 Millionen Euro steigen. Mit Schäden, die die Bauarbeiten verursacht haben sollen, sollen sich die Kosten sogar auf 40 Millionen belaufen, berichtet die "Welt am Sonntag". Ursprünglich war mit einem Bruchteil der Summe gerechnet worden. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wollte Tebartz-van Elst die Kostensteigerungen bis zuletzt vor der Öffentlichkeit verbergen. Nachdem ein Kardinal im Auftrag des Vatikans anreiste, sagte der Bischof die Offenlegung der Kosten zu.

Vor dem Limburger meldeten sich am Sonntag enttäuschte Gläubige zu Wort. Aus Protest ließen Kritiker die Kirchenglocken um 12 Uhr 13-mal schlagen. Die Aktion „Jetzt schlägt's 13“ war der Auftakt einer Demonstration frustrierter Katholiken. „Ich bete für die Heilung von der Großmannssucht unseres Bischofs“, sagte einer der Gläubigen. Pastoralreferent Joachim Schaefer von der katholischen Domkirchengemeinde Wetzlar sagte, die Kritiker wollten Ideen entwickeln, wie es mit dem Bistum weitergehen solle.

Wegen einer möglichen Falschaussage im Zusammenhang mit einem Indien-Flug beantragte die Hamburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag einen Strafbefehl gegen den Bischof, der seinen Rückhalt in der Kirchen-Spitze zuletzt zunehmend verlor.

Oliver Haustein-Teßmer
(mit Material von dpa)

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