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Linke in Rheinland-Pfalz für kostenloses Sozialticket

Rheinland-Pfalz : Linke im Land wirbt für kostenloses Sozialticket

Vorstand um Triererin Katrin Werner stellt sich beim Parteitag erneut zur Wahl. Die Linke will sich auf die Kommunalwahl 2019 einschwören.

Bei Günther Jauch wäre es nur die 50-Euro-Frage: Wo tragen die rheinland-pfälzischen Linken im Jahr des 200. Geburtstags von Karl Marx ihren Parteitag aus? Logo – in Trier. Der Landesvorstand um die Triererin Katrin Werner und Jochen Bülow stellt sich den Mitgliedern dort am 10. und 11. November erneut zur Wahl. Das sagte Werner in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Inhaltlich wollen sich die Linken auf die Kommunal- und Europawahlen 2019 einschwören. Schwerpunkte sollen der kostenlose öffentliche Personennahverkehr, günstiger Wohnraum und bessere Bildung sein. Die Linken-Politikerin beklagt Entwicklungen wie beim Verkehrsverbund Region Trier (VRT), der Ticketpreise ab Januar 2019 durchschnittlich um 2,94 Prozent anhebt. „Viele Menschen können sich eine Busfahrt von Kürenz in die Trierer Innenstadt und zurück kaum mehr leisten“, klagt Werner, die auch das Land in die Pflicht nimmt und ein kostenloses Sozialticket fordert. Der in dieser Frage zerrissenen rot-gelb-grünen Ampelkoalition in Mainz wirft sie ein „Ping-Pong-Spiel“ vor, „das für Politikverdrossenheit sorgt“.

Als „Treppenwitz“ bezeichnet sie die 20 000 Sozialwohnungen, die das Land bis 2021 fördern wolle. „Der Bedarf ist viel größer, gerade in Städten, in denen Studenten und einsame Rentner leben.“ Die 6400 Wohnungen, die Rheinland-Pfalz bislang gefördert habe, seien von dem ursprünglichen Ziel ohnehin weit entfernt. Für Schulen und Kitas verlangt sie eine schonungslose Analyse, wie viele Lehrer und Erzieher es für die Versorgung von Kindern wirklich braucht. Ziel für die Kommunalwahl sei es, die Zahl der 2014 gewählten 120 Mandatsträger zu steigern. Fernab der Städte in der Eifel und an der Mosel fehle es jedoch an Freiwilligen für Listen im Gemeinderat, beklagt Werner. „Es wird weiße Flecken geben.“ Dafür sind die Mitgliederzahlen von 1582 im vergangenen Jahr auf nun 1755 gestiegen.

Mit dem Rückenwind hofft Werner 2021 auf den Einzug in den Mainzer Landtag. „Wir schärfen unser inhaltliches Profil und haben das konstruktive Streiten gelernt“, sagt die Triererin. Und nicht nur das: Die 50 000 Euro Schulden, die den Landesverband einst plagten, seien abgebaut. Bereits jetzt schaffe die Partei Rücklagen für die Landtagswahl.

Als neue Vizevorsitzende kandidiert Bianca Steimle (Bad Kreuznach) – die Pirmasenserin Brigitte Freihold tritt auf dem Posten laut Werner nicht mehr an.