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Linke zieht mit Alexander Ulrich in den Bundestagswahlkampf

Linke zieht mit Alexander Ulrich in den Bundestagswahlkampf

Zur Bundestagswahl im nächsten Jahr setzt die Linke Rheinland-Pfalz erneut auf das Duo Ulrich und Werner. Die Delegierten der Partei wählten die beiden Bundestagsabgeordneten an die Spitze der Liste.

Alexander Ulrich (49) aus Kaiserslautern führt erneut die Kandidatenliste der rheinland-pfälzischen Linke für die Bundestagswahl 2021 an. Bei einem Parteitag in Kaiserslautern setzte sich der Bundestagsabgeordnete knapp gegen den Herausforderer Tupac Orellana (34) aus dem Kreisverband Mainz/Mainz-Bingen durch, wie ein Sprecher der Partei mitteilte. Der gelernte Werkzeugmacher Ulrich sitzt seit 2005 im Bundestag - und ist auch bei der Wahl 2017 als Spitzenkandidat für seine Partei ins Rennen gegangen. Am Sonntag stimmten 53,1 Prozent der Stimmberechtigten für ihn.

Auf Platz zwei wählten die Delegierten Katrin Werner aus Trier, die seit 2009 Abgeordnete im Bundestag ist. Die Landesvorsitzende der Partei setzte sich mit 53,2 Prozent der Stimmen gegen Annette Vollmar (46) aus dem Stadtverband Koblenz durch. Derzeit ist die Linke Rheinland-Pfalz mit drei Abgeordneten im Bundestag vertreten: Neben Ulrich und Werner ist das Brigitte Freihold (Pirmasens). Die Linke Rheinland-Pfalz hat dem Sprecher zufolge rund 2700 Mitglieder.

Der Co-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, sagte am Rande des Parteitags, ein Wahlerfolg der Linkspartei bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 14. März 2021 hinge auch von der Bundespartei ab. „Meine Einschätzung ist, dass wir natürlich eine Chance haben“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Das wird wesentlich von der Entwicklung auf der Bundesebene abhängen, das ist ganz klar. Wenn die Linke es schafft, dort mit dem (Bundes-)Parteitag wieder Fuß zu fassen, dann sehe ich eine Chance.“

Gerade in Rheinland-Pfalz, wo die Linkspartei bisher im Landtag nicht vertreten ist und wo CDU und AfD die Opposition darstellen, werde „eine linke Opposition dringend benötigt“, sagte Bartsch. Beim Bundesparteitag der Linkspartei im November in Erfurt werden Richtungskämpfe hinsichtlich einer möglichen Koalition mit SPD und Grünen erwartet. Es wird auch ein neuer Parteivorstand gewählt.

Bartsch sagte: „Ich sehe die Möglichkeiten dort als gut an. Wir haben es beim letzten Mal auch geschafft, ein Jahr vor der Wahl dann unsere Konflikte auch zur Seite zu legen.“ Im kommenden Jahr mit mehreren Landtagswahlen und der Bundestagswahl, gehe es um viel: „Und klar: Rheinland-Pfalz ist kein Selbstläufer. Das ist nicht Thüringen.“

In Rheinland-Pfalz hat die Partei noch nie den Sprung in das Landesparlament in Mainz geschafft. Bei der vergangenen Landtagswahl 2016 hatte die Linke 2,8 Prozent der Stimmen geholt, 2011 waren es 3,0 Prozent gewesen. In den Landtagswahlkampf zieht die Partei mit einer Doppelspitze aus David Schwarzendahl (Frankenthal) und Melanie Wery-Sims (Kreis Bernkastel-Wittlich).

Kandidaten der Linke Rheinland-Pfalz für die Bundestagswahl 2021