Liveticker: Wer wird CDU-Spitzenkandidat 2021 in Rheinland-Pfalz?

Kostenpflichtiger Inhalt: Rheinland-Pfalz : Christian Baldauf ist CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2021 (Mit Video-Interviews)

Der Pfälzer fordert bei der Landtagswahl 2021 Malu Dreyer heraus. Baldauf setzte sich im Zweikampf gegen Marlon Bröhr mit 80,25 Prozent der Delegiertenstimmen durch.

Christian Baldauf hat es geschafft. Der Pfälzer geht 2021 für die CDU als Herausforderer von Malu Dreyer ins Rennen. Mit 80,25 Prozent gewann Baldauf die Delegierten-Abstimmung gegen Marlon Bröhr, der nach seiner Niederlage brav gratulierte und sagte: „Wenn du auf deinem Weg Hilfe brauchst, ruf mich an. Ich bin immer da – und ab jetzt auch in deinem Team.“ Mit deutlich lauterem und stehendem Applaus hatte sich der Sieg von Baldauf, der mit Blumenstrauß in der Hand jubelte, bereits nach den Reden angebahnt. Der Pfälzer kritisierte die Ampelregierung scharf, band die Basis ein, warb um Unterstützung: „Es ist an der Zeit, das rot-grün-gelbe Ampelgehampel in Mainz, diese Koalition der Zaghaftigkeit und der Ideendürre, zu beenden“, betonte Baldauf. Es müsse Schluss sein mit sozialdemokratischer Abwirtschaftung, sagte der Pfälzer in seiner Bewerbungsrede und nahm besonders die Bildungspolitik der SPD aufs Korn. Das Kita-Gesetz sei ein "Zumutungsgesetz", im Bildungsressort herrsche bei 3000 fehlenden Lehrern und 2,7 Millionen ausgefallenen Schulstunden pro Jahr "Chaos". Er sehne sich nach CDU-Zeiten von Bernhard Vogel und setze sich zum Ziel, dass die „besten Grundschulen Deutschlands“ in Rheinland-Pfalz stehen. Auch die Koalitionspartner der Genossen verschonte er nicht mit Kritik. Der FDP wirft Baldauf vor, ihren Sachverstand nicht ins Wirtschaftsministerium einzubringen. "Jede Klamm in Tirol und sogar die jordanische Wüste ist digital besser erschlossen als manches Eifeldorf", sagt Baldauf. Grünen-Integrationsministerin Anne Spiegel respektiere Gerichtsurteile nicht.

Baldauf sagte: "Ich werde alles geben für den Wahlsieg 2021, mit Herzblut, mit Mut mit Optimismus, 24 Stunden am Tag." Dafür brauche er jedes CDU-Mitglied. Die Chance wird er bekommen. Auch wenn Marlon Bröhr in seiner Rede die Lage der CDU als „vertrackt“ bezeichnete, anders als Generalsekretär Gerd Schreiner, der in einem Interview in Rhein-Zeitung und dem Trierischen Volksfreund gesagt hatte, „unbändigen Neid“ auf die CDU zu verspüren. Die Partei habe seit 1991 im Land jede Wahl verloren, dümpele in Umfragen bei 28 Prozent herum, es fehle an einem strategischen Partner zur Koalitionsübernahme“, mäkelte der Rhein-Hunsrück-Landrat. Bröhr sagte, er stehe für einen glaubwürdigen Neuanfang, weil er nicht an den Wahlniederlagen beteiligt gewesen sei. Die CDU könne sich ein Beispiel an der SPD nehmen. „Nach dem Rücktritt von Kurt Beck hätte die SPD auch Roger Lewentz als logischen Nachfolger wählen können. Sie hat sich aber für Malu Dreyer entschieden.“

Christian Baldauf zur CDU-Spitzenkandidatur 2021
Foto: dpa/Silas Stein

Teamplay, wie Baldauf es predigte, halte er auch für wichtig. „Wichtiger ist aber, dass das Team endlich siegreich vom Platz geht.“ Inhaltlich setzt Bröhr auf mehr Landesgeld für Kommunen. „Es muss endlich wieder kommunale Selbstverwaltung stattfinden. Weil die Landesregierung das nicht begreifen will, gehört sie dringend abgewählt.“ Bei der Energiewende fordert Bröhr die CDU auf, mehr die kommunale Wertschöpfung hervorzuheben, die diese ermögliche. Bröhr forderte, AfD-Wähler zurückzugewinnen. „Die CDU hat sich so weit nach links bewegt, dass die SPD dort keinen Platz mehr hat und wir rechts eine Flanke offen gelassen haben“, monierte er. Die Delegierten stimmten dennoch gegen ihn. Ein Antrag der Kirchberger CDU, den Spitzenkandidaten via Mitgliederentscheidung wählen zu lassen, scheiterte krachend. SPD-Landesgeneralsekretär Daniel Stich gratulierte Baldauf: „Es ist gut, dass die Menschen nach den Querelen in den vergangenen Wochen nun endlich Klarheit haben, wen die CDU ins Rennen schickt. Wir freuen uns auf den Wahlkampf. Und wir sind überzeugt: Mit Malu Dreyer hat Rheinland-Pfalz eine hervorragende Ministerpräsidentin, die unser Land mit klarer Haltung und großem Erfolg in die Zukunft führt“, schrieb Stich in einer Mitteilung. Zum neuen Generalsekretär wählte die CDU Gerd Schreiner. Der Mainzer kam auf 94,4 Prozent Zustimmung.