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Lokführerstreik legt Bahnverkehr in der Region teilweise lahm - Hälfte der Züge fällt aus

Lokführerstreik legt Bahnverkehr in der Region teilweise lahm - Hälfte der Züge fällt aus

Der bundesweite Streik der Lokführer wirkt sich bis in die Region aus: Fast die Hälfte der Züge von und nach Trier fiel aus. Der Streik sollte bis Donnerstagmorgen, 16. Oktober, gehen. Die Bahn rechnet für Donnerstagvormittag mit Verspätungen.

Hauptbahnhof Trier, Gleis 12, Mittwochmittag kurz nach 15 Uhr. "Zug fällt aus" steht auf der blauen Anzeigetafel. Seit einer Stunde streiken die Lokführer in Deutschland, auch in Trier. Eigentlich soll um 15.20 Uhr ein Regionalzug von Perl über Trier und Wittlich nach Koblenz fahren. Zwar hält der Zug pünktlich, fährt aber nicht weiter. Einige Bahnfahrer sind wütend. "Wie soll ich jetzt weiterkommen?", fragt eine Schülerin, die nach Wittlich will. Ein Ehepaar mit kleinem Kind nimmt es gelassen. "Dann fahren wir eben eine halbe Stunde später", sagt die Mutter.
Die Hälfte der Züge zwischen Trier und Koblenz und nach Saarbrücken falle aus, sagt der örtliche Streikleiter der Lokführergewerkschaft GDL, Frank Lerch. Pro Stunde fahren jeweils zwei Züge in beide Richtungen. Die stündliche Verbindung von Perl nach Trier und zurück fällt Mittwochnachmittag aus, auch zwischen Traben-Trabach und Bullay legt der Streik den Bahnverkehr lahm. Am späten Nachmittag fallen auch Züge nach Luxemburg aus. Ebenso die beiden Intercitys aus Richtung Köln über Trier nach Luxemburg. Richtung Eifel läuft der Verkehr zunächst noch normal. Von den rund 80 Lokführern in der Region seien etwa die Hälfte Angestellte, die hätten von ihrem Streikrecht Gebrauch gemacht, sagt Lerch. Auch anderes Bahnpersonal beteilige sich am Streik.
Die Wut der Bahnbediensteten sei groß. Die Bahn habe noch immer kein Angebot vorgelegt. Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Laut Bahn waren am Mittwoch vertrauliche Gespräche vereinbart, diese seien durch den Streik hinfällig.
Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit eines Lokführers beträgt bis zu 50 Stunden, bei einer vereinbarten Arbeitszeit von 39 Stunden und einem Verdienst zwischen 2400 und 3000 Euro brutto pro Monat, sagt Lerch.
Der Streik soll bis heute Morgen vier Uhr gehen. Laut Bahn muss zumindest vormittags mit Verspätungen gerechnet werden.