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Lokomotivführer stellen die Signale auf Streik

Lokomotivführer stellen die Signale auf Streik

Die deutschen Lokführer haben sich mit großer Mehrheit für unbefristete Streiks ausgesprochen. Müssen Bahnreisende ab morgen ähnlich chaotische Zustände befürchten wie vor dreieinhalb Jahren?

(sey) "Fällt aus", stand auf der großen Anzeigetafel im Trierer Hauptbahnhof fast hinter jedem Nahverkehrszug, als die Lokomotivführer-Gewerkschaft GDL im Herbst 2007 das letzte Mal die Muskeln spielen ließ und zu einem größeren Streik aufrief. Obwohl der Ausstand nur ein paar Stunden dauerte, sorgte er für teils chaotische Zustände - nicht nur auf den regionalen Schienen und Bahnhöfen. Droht nach dem gestrigen Mehrheitsvotum für einen unbefristeten Streik nun eine Neuauflage?
Zumindest heute soll auf den Gleisen noch alles nach Plan laufen, verspricht GDL-Chef Claus Weselsky. Doch schon ab Mittwoch müssen sich Bahnreisende und Pendler auf ausgefallene Züge und Verspätungen einstellen, "sofern wir keine Angebote von den Arbeitgebern erhalten", sagt der Gewerkschaftsfunktionär. Die GDL fordert einheitliche Löhne und Gehälter für rund 26.000 Lokführer, egal ob sie Fern-, Nah- oder Güterzüge fahren. In einem Flächentarifvertrag soll ein Entgelt festgeschrieben werden, das bei 105 Prozent des Niveaus der Deutschen Bahn liegt.
In den vergangenen Wochen gab es drei Warnstreiks, die auch in der Region Trier zu Zugausfällen und Verspätungen führten. Die Gewerkschaft hat angekündigt, ab sofort auch den Güterverkehr zu bestreiken. "Die Reisenden sollen möglichst geschont werden", sagt der regionale GDL-Vorsitzende Christian Bußer. Ob von den nun drohenden Streiks abermals Züge in der Region betroffen sein werden, weiß Bußer noch nicht: "Das erfahre ich erst einen halben Tag vorher."
Bernd Kruse (Bitburg) vom Fahrgastverband Pro Bahn hat zwar Verständnis für die Lokführer, sagt aber: "Bahnreisende haben auch ein Anrecht darauf, befördert zu werden."