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Lufthansa auf Kollisionskurs

Lufthansa auf Kollisionskurs

Die Fluggesellschaft Lufthansa wettert heftig gegen die irische Konkurrenz Ryanair und das Land Rheinland-Pfalz. Ryanair sei ein "Billigheimer" und der Flughafen Hahn ein Millionengrab.

Frankfurt/Lautzenhausen. Lufthansa holt die Keule raus. Die irische Konkurrenz Ryan air scheint der größten europäischen Luftfahrtgesellschaft ein mächtiger Dorn im Auge zu sein. Im neuesten Politikbrief, einem Hintergrundpapier für Politiker und Journalisten, wettert Lufthansa heftig gegen die Iren. Ryanair, als nahezu einzige Passagierfluggesellschaft auf dem Hahn, spiele gegenüber dem Hunsrück-Flughafen ihre Macht voll aus. So sei es für die irische Fluggesellschaft ein Leichtes gewesen, den geplanten Hahn-Taler zu Fall zu bringen. "Dabei schröpft Ryanair selbst ihre Kunden bei jeder sich bietenden Gelegenheit", heißt es in dem Lufthansa-Papier. Und die Gesellschaft setzt noch einen drauf. Im Gegensatz zum "Billigheimer" schaffe Lufthansa in Rheinland-Pfalz Wohlstand. In Alzey und auf dem Flughafen Hahn beschäftige man über 800 Mitarbeiter. "Darüber hinaus bezieht Lufthansa seit Jahren einen bedeutenden Teil ihres Weinangebots an Bord aus Rheinland-Pfalz." Außerdem wohnten viele der rund 37 000 in und um Frankfurt arbeitenden Lufthansa-Beschäftigten in Rheinland-Pfalz, "deren Steuerleistungen und Konsum zum Wohlstand des Bundeslandes beitragen."

Es ist nicht das erste Mal, dass Lufthansa Front gegen Ryanair macht - im Februar wurde vom Oberlandesgericht Koblenz eine Klage der Fluggesellschaft wegen angeblich unzulässiger Subventionen für die Iren abgewiesen, Lufthansa will nun vor dem Bundesgerichtshof gegen die Beihilfen klagen.

Doch Lufthansa prügelt auch das Land Rheinland-Pfalz heftig, wirft der Landesregierung im Hinblick auf den Hahn "verfehlte Struktur- und Verkehrspolitik" vor. "Ohne Rücksicht auf Steuergelder" wolle das Land, das nach dem Ausstieg der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport (an der der Lufthansa mit rund zehn Prozent beteiligt ist) die Mehrheit an der Hahn-Betreibergesellschaft hat, den Flughafen betreiben. Wie der Hahn wirtschaftlich betrieben werden könne, sei vollkommen unklar. In den nächsten Jahren würden auf dem Hunsrück weitere Millionenbeträge "im hohen zweistelligen Bereich verbrannt". Die neuesten Zahlen deuten zumindest darauf hin, dass auch 2009 der Verlust erneut sehr hoch sein dürfte: Im Februar gingen die Zahl der Passagiere um 5,1 Prozent und das Frachtaufkommen um 41 Prozent zurück.