1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Luxemburger Banker wütend auf Trierer Finanzfahnder

Luxemburger Banker wütend auf Trierer Finanzfahnder

Der Bankenverband im benachbarten Luxemburg nimmt Pendler in Schutz. Steuerbetrug sei unter den Arbeitnehmern die Ausnahme, sagt Verbandschef Jean-Jacques Rommes dem TV. Er schimpft auf das Finanzamt Trier, das nun verstärkt nach Steuerhinterziehern fahndet.

(hw) Rund 3700 Pendler aus der Region Trier arbeiten bei luxemburgischen Banken. Viele der Arbeitnehmer bekommen in diesen Tagen Post vom Finanzamt. Unter den Bankern und den Finanzinstituten im Großherzogtum sorgt dies für Aufregung. „Es kann nicht sein, dass unsere Mitarbeiter für ein Verhalten kriminalisiert werden, dass fünf Jahrzehnte lang von den deutschen Behörden akzeptiert wurde“, sagt Jean-Jacques Rommes, Hauptgeschäftsführer des mächtigen Bankenverbandes ABBL (Association des Banques et Banquiers, Luxemburg). Der ABBL vertritt 150 Banken in Luxemburg mit 26.500 Mitarbeitern.

Hintergrund: Das Finanzamt Trier untersucht Einkommen von Grenzpendlern, die in Luxemburg angestellt sind, aber zeitweise auch in Deutschland oder einem anderen Drittland arbeiten. Für diese Zeiten müssen die Pendler in Deutschland Lohnsteuer zahlen. Aber nicht jeder hält sich ans Gesetz. Spektakulärer Fall: Ein Banker, der fast nur in Deutschland tätig war, hinterzog mehrere Hunderttausend Euro Steuern (der TV berichtete).

„Doch das ist die Ausnahme. Und bei allem, was ich aus der Presse weiß, ist es richtig, dass der Manager bestraft wurde“, sagt Rommes. Doch im Normalfall gehe es um gelegentliche Weiterbildungstermine in Deutschland, einen Vortrag in London oder ein Dienstgespräch bei der deutschen Muttergesellschaft.

Es könne nicht sein, dass die Mitarbeiter nun für vier oder fünf Jahre zurück diese einzelnen Tage und Stunden abrechnen müssten, das sei unfair. „Ich dachte immer, wir wären in Europa. Das ist ein ungeheurer Bürokratismus“, sagt Rommes dem TV. Es sei wichtig, dass die Politik hier eine Lösung finde. Dabei gehe vor allem darum, die Fälle aus den vergangenen Jahren einvernehmlich zu lösen. „Das darf nicht lange dauern, der Stachel muss aus dem Fleisch“, fordert Rommes. Der Jurist zweifelt an der Rechtsauffassung des Finanzamts. „Ich glaube nicht, dass das Vorgehen so in Ordnung ist.“

Im Trierer Finanzamt heißt es: Niemand werde kriminalisiert. Es gingen Schreiben an Hunderte von Pendlern heraus, jedoch keine Strafbefehle.