"Maas-Mosel-Saar": Nicht sexy genug

"Maas-Mosel-Saar": Nicht sexy genug

TRIER. Der Haussegen in der Großregion hängt schief: Nachdem sich Rheinland-Pfalz, das Saarland und Luxemburg scheinbar auf den neuen Namen "Maas-Mosel-Saar" geeinigt haben, regt sich Widerstand. Plötzlich spülen die Staats- und Regierungschefs ihren Vorschlag weich und verweisen auf die Entscheidung im Juni.

Wochenlang haben über 20 Hörfunksender und Tageszeitungen imSaarland, in Rheinland-Pfalz, Luxemburg, Lothringen und Walloniendie Werbetrommel gerührt - für die Großregion. Sie soll sich aufWunsch der derzeitigen saarländischen Präsidentschaft einen neuenNamen geben. Das Ungetüm "Saar-Lor-Lux-Rheinland-Pfalz-Wallonien"soll demnach eingemottet werden; per Wettbewerb "Ein Name für dieGroßregion - Un nom pour la Grande Région" soll eine neueIdentität gefunden werden. Über 3000 Bürger machten mit,schickten eifrig ihre Vorschläge. Knapp 750 davon kamen alleinaus dem Einzugsgebiet des Trierischen Volksfreunds. Einigungaufdrei FlüsseIm Dezember 2002 dann ein erstes Zeichen:"Saar-Maas-Mosel" verlautete von einem Kamingespräch inSaarbrücken. Dann eine Klarstellung aus der saarländischenStaatskanzlei. "Maas-Mosel-Saar" wird das Rennen machen,verkündete ihr Chef Karl Rauber. Darauf hätten sich Kurt Beck undPeter Müller, ihres Zeichens Ministerpräsidenten vonRheinland-Pfalz und dem Saarland, sowie LuxemburgsPremierminister Jean-Claude Juncker geeinigt. Ludwin Vogel,Pressechef der Staatskanzlei, gibt nun Entwarnung: "DemKamingespräch folgte keine offizielle Entscheidung, es gab nureine Einigung auf die drei Flüsse. Erst der Gipfel der Großregionam 30. Juni entscheidet über den Namen - und nur einstimmig." Vonder Einigkeit am Kamin scheint dennoch keine Rede mehr zu sein."Noch ist alles offen", sagt Vogel. So sei es durchaus möglich,dass Luxemburg gegen den Vorschlag stimme, auf den man sich amKamin geeinigt habe. "Wir sind erst im Vorfeld derMeinungsbildung." "Maas-Mosel-Saar" oder abgekürzt "Ma-Mo-Sa" istein Name, mit dem die luxemburgischen Vertreter nicht vielanfangen können. So wäre nämlich Luxemburg im Namen nicht mehrenthalten. Außerdem: "Premierminister Juncker würde sagen, derVorschlag ist noch nicht sexy genug", sagt der Pressechef derLuxemburger Regierung, Mil Jung. An der Fluss-Idee müsse mandeshalb noch "feilen". Nicht nur, dass "Maas-Mosel-Saar" schwerauszusprechen sei, der Name vereine auch nicht alle Teile derGroßregion. "Das ist ein schwieriges Unterfangen, weil alleSensibilitäten gepflegt werden müssen", sagt Presse-Chef MilJung. In der "Saarbrücker Zeitung" gab er der saarländischenLandesregierung gar den "freundschaftlichen Rat", die Gremien,die mit der Namensfindung beschäftigt seien, einfach arbeiten zulassen. Die Ausschreibung des Namenswettbewerbs sei bereits ein"Alleingang" gewesen. Über angebliche Verstimmungen, die dieSuche nach einem neuen Namen aufgeworfen haben soll, ist derMainzer Landesregierung dagegen nichts bekannt. Der Name solle imJuni beschlossen werden, sagt Regierungssprecher WalterSchumacher. Bereits vor Wochen war gleichwohl durchgesickert,dass es keine Mehrheit für einen Kunstnamen gebe. Neben"Maas-Mosel-Saar" sind laut Saarbrücken noch "Lotharingia","Carolingia", "Austrasia", "Amicitia" und "Amaranta" in derengeren Wahl.