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Mängelbeseitigung kostet eine Milliarde

Mängelbeseitigung kostet eine Milliarde

Der von Rheinland-Pfalz gemeinsam mit Luxemburg und dem Saarland beauftragte Beobachter des Stresstests im Kernkraftwerk Cattenom, Dieter Majer, hat gestern seinen Zwischenbericht im Wirtschaftsausschuss im Mainzer Landtag vorgelegt.

Mainz. Die einzig logische Schlussfolgerung, die der Landtag aus dem Ergebnis des Cattenom-Stresstests ziehen könne, sei die Forderung nach einer sofortigen Abschaltung des Kernkraftwerks: Das sagt die Saarburger Grünen-Abgeordnete Stephanie Nabinger. Sie war bei der Anhörung des rheinland-pfälzischen Stresstestbeobachters Dieter Majer im Wirtschaftsausschuss des Landtags dabei. Zwar habe sich der Atomexperte, der vor seiner Pensionierung im Bundesumweltamt arbeitete, genau wie bei der Vorstellung seines Berichts vor Parlamentariern der Großregion in Saarbrücken Ende November nicht eindeutig für eine dauerhafte Abschaltung der 25 Jahre alten Anlage durchringen können. Majer habe aber erneut deutlich gemacht, dass es im Falle von Naturkatastrophen eine mangelnde Sicherheit in Cattenom gebe, sagte Nabinger nach der Sitzung. So weise das Kraftwerk Defizite bei der Erdbebensicherheit auf. Zur Beseitigung der Mängel müsse die Anlage zunächst abgeschaltet werden, habe der Experte vor den Landtagsabgeordneten gesagt.
Nach einem Medienbericht veranschlagt der Kraftwerksbetreiber, der französische Energiekonzern EDF, die Kosten dafür auf eine Milliarde Euro. Allerdings verweist AKW-Direktor Stéphane Dupré de la Tour dem Bericht zufolge darauf, dass Cattenom nicht in einer Erdbebenzone oder einem Überschwemmungsgebiet liege. Laut Nabinger lege man in dem Kraftwerk offensichtlich wenig Wert auf die Beseitigung der Sicherheitsmängel. So habe der Betreiber das Außengelände um das AKW von der Gemeinde Cattenom gekauft. Damit solle verhindert werden, dass sich dort künftig - wie zuletzt an Ostern 2011 - Demonstranten vor der Anlage versammeln können. "Der EDF ist die Zerschlagung des Widerstands anscheinend wichtiger als die Sofortmaßnahmen, die der Sicherheit dienen", kritisiert Nabinger. wie