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Mainzer Finanzminister will geheime Steueroasen-Datei auswerten

Mainzer Finanzminister will geheime Steueroasen-Datei auswerten

Für Tausende Steuerbetrüger weltweit hat das große Zittern begonnen: Ihr Name könnte in einer Mega-Datei stehen, die Dutzenden Medien zugespielt wurde. Das Mainzer Finanzministerium kündigte auf Volksfreund-Anfrage an, sich die Daten besorgen zu wollen.

Viele Reiche verstecken ihr Geld in Steueroasen, um dem Fiskus ein Schnippchen zu schlagen. Ein anonymer Informant und ein gigantischer Datensatz könnten jetzt allerdings dafür sorgen, dass die Namen vieler anonymer Anleger bekannt werden. Steuerhinterziehern drohen dann Strafverfolgung und saftige Geldbußen.

In Deutschland bekamen Süddeutsche Zeitung und Norddeutscher Rundfunk die Daten zugespielt. Die Rede ist von 2,5 Millionen Dokumente, in denen 130?000 Personen aufgelistet sind, darunter auch mehrere Hundert Deutsche.
Einer der bislang bekannt gewordenen prominenten Fälle ist der des deutsch-schweizerischen Playboys und Millionärs Gunter Sachs. Der 2011 verstorbene Industriellenerbe soll laut Süddeutscher Zeitung Steuern im großen Stil hinterzogen haben - auch über vier geheime Firmen in Luxemburg. In den sogenannten Trusts sollen bis zu 7,4 Millionen Euro verwaltet worden sein. Äußerst diskret, versteht sich. Sachs' Nachlassverwalter sagen, die betroffenen Firmen seien den Steuerbehörden schon zu Lebzeiten offenbart worden.

Experten vergleichen die neuen Enthüllungen mit dem Ankauf mehrerer Datenträger, auf denen die Namen deutscher Anleger im Ausland verzeichnet waren. Für den Fiskus kein schlechtes Geschäft: Seit den ersten Ankäufen im Jahr 2010 gingen allein beim Finanzamt Trier 281 Selbstanzeigen ein, die knapp 15 Millionen Euro Steuermehreinnahmen brachten. Wohl der Hauptgrund, warum man im Mainzer Finanzministerium nun auch an den neuen Daten brennend interessiert ist. "Wir wollen abklären, ob Rheinland-Pfälzer darunter sind", sagte eine Ministeriumssprecherin unserer Zeitung. Um dann natürlich zu überprüfen, "ob die Betreffenden ihren steuerlichen Erklärungspflichten nachgekommen sind".

Alleine diese Ankündigung dürfte schon dafür sorgen, dass die Zahl der Selbstanzeigen nun wieder steigt.