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Mainzer Ministerium verbietet Sauftouren mit Planwagen

Landwirtschaft : Mainzer Ministerium verbietet Sauftouren mit Planwagen

Weinbergsrundfahrten werden immer beliebter. Weil aber offenbar viele Touren ausgeartet sind, gibt es jetzt neue Vorschriften und Verbote – und damit auch Knatsch.

Ein neuer Erlass des Mainzer Landwirtschaftsministeriums stößt vielen rheinland-pfälzischen Winzern und Bauern übel auf. Danach gelten künftig strengere Auflagen für die bei Touristen und Ausflüglern immer beliebter werdenden Planwagenfahrten. Diese haben sich nach Ministeriumsangaben seit einigen Jahren immer weiter vom ursprünglichen Brauchtumsgedanken entfernt und seien mancherorts zu reinen Party- und Sauftouren verkommen.

Dem soll jetzt ein Riegel vorgeschoben werden. Fahrten durch die Weinberge oder über die Felder, die „unter rein touristischen Gesichtspunkten durchgeführt werden“ oder mit denen die Winzer oder Bauern Geld verdienen wollen, sind künftig nicht mehr zulässig, heißt es in dem unserer Zeitung vorliegenden Erlass des Ministeriums über Brauchtumsfahrten. Außerdem müssen die Planwagenfahrten am Betrieb beginnen und dort auch wieder enden. Die Fahrtstrecken müssen den Behörden vorher gemeldet werden.

Damit hätten die Winzer kaum noch eine Chance, ihren Gästen auch die Weinberge in den Nachbarorten zu zeigen, schimpft Rolf Haxel. Der Mosel-Weinbaupräsident hält den Ministeriumserlass für einen überzogenen Schnellschuss. „Viele Gründe, warum die Vorschriften verschärft wurden, halte ich für an den Haaren herbeigezogen und übertrieben“, sagte Haxel unserer Zeitung. Bei vielen Winzern falle nun ein Zubrot weg. Der Weinbaupräsident schätzt, dass allein an der Mosel jährlich über 500 Planwagenfahrten gemacht werden, Rheinland-Pfalz-weit seien es über 2000.

Ähnlich wie Rolf Haxel argumentiert auch Bauernpräsident Michael Horper. Er kritisiert die deutliche Verschärfung des bürokratischen Aufwands und fordert vom Ministerium eine Aussetzung des Ende Juli ergangenen Erlasses. Die Bauern und Winzer hätten so schnell kaum eine Möglichkeit, die neuen Vorschriften in die Tat umzusetzen, sagt Horper.

Es gibt aber auch Winzer, die die Neuregelung begrüßen. „Ich finde die neuen Vorgaben bis auf ein, zwei Ausnahmen gut“, sagt der Kröver Winzer Uwe Beth, der selbst drei Planwagen auf dem Hof stehen und am Wochenende noch insgesamt 150 Gäste gefahren hat. Beths Hauptargument: Endlich laufe die Sache jetzt mal in rechtlich geordneten Bahnen.

Hintergrund: Eine Planwagenfahrt ist nicht immer lustig

Pro-Kommentar: Signal gegen Sauftouren

Kontra-Kommentar: Mainzer Gängelei