Letztes Interview als Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Die Sehnsucht nach Schuldzuweisungen ist groß“

Exklusiv | Mainz/Trier · In wenigen Tagen endet Malu Dreyers politische Karriere. Was die Ministerpräsidentin als ihr Vermächtnis betrachtet, warum sie Alpträume hatte, wie die SPD die Nachfolgefrage gelöst hat und was sie künftig in Trier macht, erklärt sie im großen Volksfreund-Interview.

„Es gibt derzeit keinen Ort mehr, wo nicht Menschen freundliche Worte über mich sagen“, sagt Malu Dreyer (SPD).

„Es gibt derzeit keinen Ort mehr, wo nicht Menschen freundliche Worte über mich sagen“, sagt Malu Dreyer (SPD).

Foto: TV/alexander sell fotografie

Kurz nach halb zwölf in der Mainzer Staatskanzlei: Malu Dreyer begrüßt vor ihrem Büro zum Interview. Wie immer herzlich und gut gelaunt. Eines aber ist anders als sonst. Dreyer und ihr Büro wirken weniger aufgeräumt. In der einen Ecke finden sich Abschiedspräsente, in der anderen hängt ein Luftballon. Die Akten türmen sich auf dem Schreibtisch. Kein Normalzustand, sagt Dreyer. Weil gerade auch anderes als Regierungsarbeit zu tun ist. Unmittelbar vor dem Interview hat sich Dreyer von ihren Mitarbeitern in der Staatskanzlei verabschiedet. Sie hatten ihre ein Lied gedichtet und vorgetragen. Als Chefin war Dreyer sehr beliebt. Die Ministerpräsidentin zeigt sich deshalb sichtlich aufgewühlt.

 (Noch-)Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Volksfreund-Chefredakteur Thomas Roth und Redakteur Sebastian Stein (v.r.n.l.).

(Noch-)Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Volksfreund-Chefredakteur Thomas Roth und Redakteur Sebastian Stein (v.r.n.l.).

Foto: TV/alexander sell fotografie