Malu Dreyer (SPD) konzentriert sich auf Rheinland-Pfalz und Wahl 2021

Kostenpflichtiger Inhalt: Landespolitik : Nur noch Mainz: Dreyer zieht sich aus Spitze der Bundes-SPD zurück

Die Ministerpräsidentin will sich auf Rheinland-Pfalz konzentrieren. Genossen hoffen dadurch auf größere Siegchancen bei der Landtagswahl 2021. Im Bund wackelt die große Koalition.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer zieht sich stärker aus der Bundes-SPD zurück und peilt einen erneuten Wahlsieg im Land 2021 an. Die Triererin kündigte am Montag an, beim Parteitag am kommenden Wochenende auf eine erneute Kandidatur als SPD-Bundesvize zu verzichten und sich „auf unser schönes Bundesland zu konzentrieren“.

Sie habe immer gesagt, in erster Linie Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz zu sein, betonte Dreyer, die die Bundes-SPD nur noch bis zur endgültigen Delegiertenwahl des neuen Spitzenduos Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken kommissarisch leitet.

Im Land reagieren Genossen erleichtert auf die Entscheidung von Dreyer, im Bund kürzerzutreten. „Sie ist die beste Ministerpräsidentin für Rheinland-Pfalz. Wir werden im kommenden Jahr mit aller Kraft dafür werben, dass sie ihr Amt auch nach der Landtagswahl 2021 weiter ausüben kann“, sagte SPD-Landeschef Roger Lewentz.

Viele rheinland-pfälzische Genossen umtrieb die Sorge, die Popularität von Dreyer könne unter ihrer Arbeit bei der dauerkriselnden Bundes-SPD leiden. In Rheinland-Pfalz setzen die Genossen 2021 auf den Malu-Effekt, um den schwachen Bundestrend zu durchbrechen. In jüngsten Umfragen lag die SPD im Land nur noch bei 23 Prozent und damit hinter der CDU (28 Prozent), die den rheinland-pfälzischen Fraktionschef Christian Baldauf 2021 ins Rennen schickt. Offen bleibt, ob es vor der Landtagswahl noch Neuwahlen im Bund gibt.

Der Trierer Parteienforscher Uwe Jun schätzt die Chancen auf einen Erhalt der Großen Koalition unter dem neuen Führungsduo „um einiges geringer“ ein. Er rechne nicht mit einem sofortigen Ende der großen Koalition, aber mit sozial­demokratischen Bedingungen an die Union, „die dann entscheiden muss, ob sie darauf Lust hat“. Die neue SPD-Spitze um Walter-Borjans/Esken nennt Jun „ein unbeschriebenes Blatt“. Beide hätten sich bislang nicht durch visionäre Ideen hervorgetan.

Derweil setzt ein gebürtiger Trierer zum Sprung in den SPD-Parteivorstand an.

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