Mann tötet Frau, Tochter und Sohn

Mann tötet Frau, Tochter und Sohn

Familiendrama in Saarlouis: Ein Mann hat am Samstag in seinem Haus höchstwahrscheinlich seine 40 Jahre alte Frau, die 20-jährige Stieftochter und den sechsjährigen gemeinsamen Sohn mit einer Axt und einem Schlachtermesser umgebracht.

Was über Leben und Tod entschied, dass eine Frau und zwei Kinder in Saarlouis-Roden gewaltsam sterben mussten, ein Dreijähriger aber unberührt überlebte, liegt im dichten Nebel des Alkoholrauschs verborgen. Herauszufinden, was am Freitag im Dunkel der Nacht hinter den Mauern des Wohnhauses, das an einer Durchgangsstraße liegt, genau geschah, liegt in der Hand der Gerichtsmediziner. Wegen seines sehr hohen Alkoholpegels sei der 47-jährige Ehemann der Frau, gestern Abend - fast zwei Tage nach dem Familiendrama - im Krankenhaus noch nicht vernehmungsfähig gewesen, berichtete Polizeisprecher Georg Himbert. Heute werde er vernommen, dem Haftrichter vorgeführt.

Bis dahin liegt es an den Gerichtsmedizinern, Licht in das Verbrechen zu bringen. "Ihre Aufgabe ist unter anderem herauszufinden, ob er sich vor der Tat betrunken hat, oder danach oder sogar beides", so Himbert. Der Tatort war voll leerer Alkohol-Flaschen. Vorerst bleibt das Geschehen so rätselhaft wie das Ausbleiben der Ehefrau bei einer Verabredung Samstagfrüh. Weil die 40-Jährige nicht erschien und den Tag über gar nicht zu erreichen war, ging eine Freundin mit dem Schwager der Frau in das Haus und fand gegen 20.30 Uhr die 40-Jährige im Wohnzimmer, erschlagen vor Couch, auf der deren Ehemann mit Blut besudelt volltrunken lag - eine Axt daneben.

Eine Etage höher, in ihren Schlafzimmern, lagen die 20-jährige Tochter der Frau aus einer früheren Ehe und der gemeinsame sechsjährige Sohn in ihrem Blut: Sie wurden durch ein sehr großes Küchenmesser getötet. "Die Tat geschah sehr spät in der Nacht", erläuterte der Polizeisprecher. "Ob die beiden Kinder im Schlaf getötet wurden oder sie sich wehren konnten, muss auch die Obduktion ermitteln."
Derweil wurde der dreijährige gemeinsame Sohn, der in seinem Kinderbett im Schlafzimmer der Eltern schlief, nicht attackiert. Er wurde in einem Krankenhaus untersucht und psychologisch betreut. "Er kommt wohl bei der nächsten Verwandtschaft unter", sagte Himbert.
Ein weiterer Sohn der Frau aus früherer Ehe wohnt nicht mehr bei der Familie in Saarlouis. Der 17-Jährige lebt laut Polizei in einer Wohngruppe in Traben-Trarbach.

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