Abschied Wie Malu Dreyer auf die Krebsdiagnose bei Manuela Schwesig reagierte - und warum sie bei der CDU übernachtete

Mainz · Bei der Abschiedsfeier für die Politikerin verriet die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, mehrere Geheimnisse von Malu Dreyer.

Manuela Schwesig und der Krebs: Wie Malu Dreyer auf die Diagnose reagierte
Foto: dpa/Hannes P Albert

Herzliche Dankesworte gab es für die scheidende Ministerpräsidentin zuhauf am Tag, an dem sie offiziell aus dem Amt schied. Aber auch einige Geheimnisse verrieten die Rednerinnen bei der abendlichen Feier vor der Staatskanzlei in Mainz.

Manuela Schwesig, die einst mit Malu Dreyer kommissarisch die SPD führte, etwa gab zu, dass die beiden Politikerinnen 2017 sogar einmal gemeinsam in den Räumen der Bundes-CDU übernachtet haben.

Dreyer und Schwesig übernachten bei der CDU

„2017 haben wir im Büro des CDU-Generalsekretärs gemeinsam geschlafen”, erinnerte Schwesig an die Folgen ausgedehnter Koalitionsverhandlungen. Das war - so Schwesig - „voller Einsatz und maximale Demütigung” bei den Verhandlungen. „Dass sie dieses Geheimnis verraten hat, finde ich ja ein starkes Stück“ sagte die nun frühere Ministerpräsidentin Dreyer kurz danach, weil ihre Freundin Schwesig verraten hatte, „dass wir beim Tauber im Büro auf dem Boden übernachtet haben.“ Doch Dreyers Lachen verriet, dass sie nicht wirklich sauer war. „Und an so einem Tag geht viel.“

Eines sei übrigens nie in Frage gekommen, „obwohl es so kuschelig war in Taubers Büro“: ein kompletter Wechsel nach Berlin. „Mein Platz war immer in Rheinland-Pfalz“, sagte Dreyer. „Und ich bin sehr froh, dass ich mich niemals anders entschieden habe.“

Manuela Schwesig erkrankt an Krebs: So reagierte Malu Dreyer

Dreyer und Schwesig sind eng verbunden, das wurde am Donnerstag in Mainz noch einmal offensichtlich. Schwesig machte deutlich, dass ihr Dreyer in ihren vielleicht schwersten Stunden zur Seite gestanden habe und sie dafür sehr dankbar sei. 2019 hatten Dreyer, Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel die SPD nach dem Rücktritt von Andrea Nahles gemeinsam kommissarisch geführt. In diesem Jahr habe sie ihre Krebsdiagnose erhalten und zunächst seien die Ärzte davon ausgegangen, dass die Krankheit unheilbar sei.

Schwesig erinnerte sich an den Moment, als sie dies Dreyer verriet und ihr sagte: „Malu, ich kann nicht mehr kommissarische Parteivorsitzende bleiben. Ich werde sterben.“ Daraufhin habe Dreyer ihr Gesicht sanft in die Hände genommen und gesagt: „Du wirst niemals sterben.“

Zu Schwesigs Glück stellte sich Tage danach heraus, dass die Ärzte sich geirrt hatten und es doch eine Chance für sie gab. 2020 gab sie bekannt, geheilt zu sein. Zwei Jahre später wurde Schwesig noch einmal operiert. Es hieß, dass die Folgen der Krebstherapie damit behoben worden seien.

Bei der Abschiedsfeier in Mainz bedankte sich Schwesig noch einmal für die Unterstützung und Kraft, die ihr Malu Dreyer gegeben habe. Und sie betonte, dass Dreyer, die ihre Erkrankung an Multipler Sklerose offen anspricht, für viele Menschen ein Vorbild sei. „Du hast vielen Mut gemacht“, sagte Schwesig.

Schwesig selbst könne aber - auch wegen ihrer eigenen Krebserkrankung - den Schritt von Dreyer verstehen, nun das Amt in andere Hände zu legen. „Ich kann es nachvollziehen, wenn du sagst: Wenn man ein Amt hat, muss man es zu 150 Prozent ausfüllen können.“