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Masern, Mumps, Meningitis - Welche gefährlichen Lücken es im Impfschutz gibt

Masern, Mumps, Meningitis - Welche gefährlichen Lücken es im Impfschutz gibt

Der Impfschutz in Deutschland ist nicht lückenlos. Auch in der Region könnten Erkrankungen wie Masern und Keuchhusten zurückkehren, wenn Erwachsene nachlässig werden. Gegen eine besonders gefährliche Infektion gibt es erst seit kurzem eine Impfung – nicht jede Krankenkasse bezahlt sie.

Alle acht Minuten stirbt weltweit ein Mensch an einer Meningokokken-Meningitis, einer durch Bakterien verursachten schweren Infektion. Masern zählen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den häufigsten Todesursachen bei Kleinkindern. Masern, Mumps und Keuchhusten könnten auch in der Region Trier wieder häufiger auftauchen, spätestens, wenn bei weniger als 75 Prozent der Bevölkerung ein Impfschutz besteht.

"Unsere Kinder sind hervorragend geimpft", sagt Dr. Horst van Hees vom Gesundheitsamt in Trier. "Allerdings haben wir nur für Schulanfänger eine verlässliche statistische Erfassung. Wie es mit den Jugendlichen und den Erwachsenen aussieht, kann nicht genau gesagt werden."

Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut der Bundesregierung ist diesbezüglich skeptisch. "Zudem werden viele Kinder zu spät gegen Masern geimpft", sagt Instituts-Präsident Lothar H. Wieler. Grundsätzlich empfiehlt die Stiko allen nach 1970 geborenen Erwachsenen, deren Impfstatus nicht klar ist, eine Masern-Impfung. Die Kosten dafür und für alle von der Kommission empfohlenen Schutzimpfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Seit Mitte 2015 ist gesetzlich geregelt, dass Ärzte bei allen Gesundheitsuntersuchungen den Impfstatus überprüfen und auf Lücken hinweisen. Das betrifft auch den Schutz vor Meningokokken-Infektionen, die zu Hirnhautentzündungen und zu einer akuten Blutvergiftung führen können. Mögliche Folge ist das Absterben einzelner Körperregionen. Eine Infektion kann innerhalb von 24 Stunden tödlich verlaufen.

Im Stiko-Impfkatalog aufgelistet ist allerdings derzeit lediglich der Schutz gegen den Typus C, der für 30 Prozent der Meningokokken-Erkrankungen verantwortlich ist. Eine Impfung gegen den aggressiveren Bakterienstamm Meningokokken B (60 Prozent) gibt es erst seit 2013. Noch zahlen nicht alle Krankenkassen diese Impfung.
Wie dramatisch die Folgen einer Infektion sein können, zeigt die Geschichte des zweijährigen Felix aus Trier: Ihm mussten beide Beine amputiert werden.

Die Zahl der Impfgegner habe angesichts der wissenschaftlichen Fakten abgenommen, sagt Amtsarzt Horst van Hees. Dr. Wolfgang Thomas, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin am Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier, glaubt an mehr Einsicht auch bei den Eltern. "Alle Impfstoffe sind heute gut verträglich. Den Gegnern kann man nur die Vernunft entgegenhalten."

Der zweijährige Felix hat einen lebensgefährliche Menigokokken-Meningitis überlebt. Seine Mutter erzählt seine Geschichte, um auf die Krankheit und die Möglichkeit hinzuweisen, sein Kind dagegen zu schützen. Den Text finden Sie hier.

Weitere Informationen unter


www.rki.de/impfen
www.impfen-info.de
www.bundesgesundheitministerium.de/impfen
www.mutterhaus.de/impfungen