„Masterplan“ soll Wald im Saarland gegen Klimawandel wappnen

„Masterplan“ soll Wald im Saarland gegen Klimawandel wappnen

Auch der saarländische Wald hat nach Ansicht von Umweltminister Reinhold Jost (SPD) „Stress mit dem Klima“. Vor allem eine Erwärmung um knapp drei Grad seit 1881 und ein Niederschlagsdefizit von 94 Litern pro Quadratmeter in diesem Jahr sei „besorgniserregend“, sagte er am Freitag.

Die Ergebnisse der Staatswald-Inventur stimmten ihn jedoch optimistisch für die Zukunft, fügte er hinzu: „Sie zeigen, dass wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten alles richtig gemacht haben.“ Dies sei eine gute Ausgangslage mit Blick auf den Klimawandel.

Nach Zahlen der aktuellen Wald-Inventur weist der Staatswald des Saarlandes den im Ländervergleich höchsten Anteil an Laubbäumen auf, nämlich 75 Prozent (Bund 44 Prozent). Mit dieser Baumartenzusammensetzung sei das Saarland Vorreiter beim Umbau des Waldes zu einem klimastabilen Gebilde. „Wir haben die Wälder, die sich andere wünschen“, sagte Jost. Er sei überzeugt, mit der naturnahen Waldbewirtschaftung, die man seit 30 Jahren betreibe, auch die richtige Strategie für die Zukunft zu haben.

Die neuen klimatischen Herausforderungen sollen nun in einem „Masterplan Wald“ berücksichtigt werden. Das Zehn-Punkte-Konzept enthält unter anderem konkrete Maßnahmen zur Wiederaufforstung wie etwa ein Eine-Millionen-Bäume-Programm, die Erhöhung des Holzvorrats und eine Reduzierung der Ernte.

Darüber hinaus soll es ein Förderpaket für Kommunal- und Privatwald mit Hilfen des Bundes und des Landes zur Wiederaufforstung geben. Jost kündigte an, sich beim „Waldgipfel“ am 25. September in Berlin zudem dafür einzusetzen, dass mögliche Erlöse aus dem CO2-Zertifikatehandel öffentlichen und privaten Waldbesitzern zugutekommen. Wälder gelten als gute CO2-Speicher.

Stolz zeigte er sich, dass sich der Holzvorrat von 7,3 Millionen Kubikmetern im Jahr 1990 auf 13,7 Millionen Kubikmetern in 2018 fast verdoppelt habe. Das widerlege „viele Behauptungen, Klischees und auch Dummgeschwätz mit Blick auf unsere Bewirtschaftung“, sagte Jost. „Uns wird immer unterstellt, wir würden mit dem Wald nicht ordnungsgemäß umgehen. Aber genau das Gegenteil ist der Fall.“

Mehr von Volksfreund