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Mehr Unfälle mit alten Autofahrern

Mehr Unfälle mit alten Autofahrern

In Rheinland-Pfalz sind 2013 so wenige Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben wie nie zuvor seit 1953. In der Region gab es 35 Tote. Ein Trend aber beunruhigt die Politiker: Senioren sind zunehmend in Unfälle verwickelt.

174 Verkehrstote in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr, davon 35 in der Region: Einerseits sind dies traurige Zahlen. Andererseits verweist Landesverkehrsminister Roger Lewentz (SPD) auf die positive Entwicklung: Denn 1971 waren noch 1241 Menschen im Straßenverkehr gestorben.

Allerdings krachte es 2013 auf den Straßen des Landes im Durchschnitt alle vier Minuten. Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier wurden 21.401 Unfälle verzeichnet, ein leichter Anstieg. In 90 Prozent der Fälle blieb es laut Ministerium bei Sachschäden.

Weniger getötete Kinder (bis 14 Jahre), weniger getötete junge Menschen (18-24 Jahre), weniger getötete Motorradfahrer: Der Minister führt das auf vorbeugende Maßnahmen zurück, seien es Kontrollen, das begleitete Fahren mit 17, Aktionstage, Messen oder Prallschutz an Leitplanken.

Angesprochen auf die steigende Zahl von Seniorenunfällen (ab 65 Jahren) und Konsequenzen daraus, reagiert der Minister zurückhaltend. Man müsse "die Entwicklung auf einer längeren Zeitachse beobachten". Es gebe immer mehr ältere Menschen, deren Erfahrung im Verkehr "ein eigener Wert" sei, sagt Roger Lewentz. Sie führen oft umsichtiger und verhaltener. In der Region wurden 2873 Unfälle mit Seniorenbeteiligung registriert, das ist ein Plus von 15 Prozent. Und so verweist der Minister auf andere europäische Länder, wo es verpflichtende Arztbesuche und Sehtests gebe. Lewentz: "Darüber wird man reden müssen."

Vorerst berät die Polizei und informiert bei Auffälligkeiten die Führerscheinstelle. Der Straßenraum soll auf ältere
Menschen ausgerichtet werden, etwa durch längere Ampelphasen. fcg

Kommentar: Schnellschüsse verbieten sich - Unfallentwicklung darf nicht zum Diskriminieren von Senioren führen

Die einzelnen Unfallstatistiken der Polizeiinspektionen in der Region:

Stadt Trier und Landkreis Trier-Saarburg

Bitburg

Prüm

Vulkaneifelkreis

Wittlich

Bernkastel-Kues

Hunsrück