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Meinung: Beamte brauchen Nebenjobs? Ein Alarmzeichen.

Leitartikel : Sparkurs mit bitterem Ende

Beamte brauchen Nebenjobs? Ein Alarmzeichen.

Beamte, die sich neben der Arbeit noch Brötchen dazu verdienen, gibt es quer durch Deutschland. Genauso findet sich die einhellige Meinung, wie schwer es sei, ein genaues Bild davon zeichnen zu können, ob es Beamten bei Nebentätigkeiten mehr um ihr Hobby oder um dringend benötigte Euro geht. All das darf die Lage für Rheinland-Pfalz aber nicht beschönigen.

Zum einen, weil die Gewerkschaften deutschlandweit betonen, dass viele Beamte mit ihrem Sold besonders dort Probleme haben, wo Mieten ins Unermessliche steigen. Da stellt sich die Frage, ob die Politik nicht stärker gefordert ist, Zulagen für Ballungsräume zu genehmigen, vielleicht gekoppelt an regionale Mietpreise. Zum anderen geht es bei der Bezahlung der Beamten auch um die Zukunft des Landes. Jedes Jahr, in dem Rheinland-Pfalz im Wettbewerb um kluge Köpfe mit nahezu allen Nachbarländern beim Geld den Kürzeren zieht, bringt mehr Abwanderung als Abwerbung mit sich. Mit der Folge, dass dauerhaft ein Bestand an talentierten Polizisten, Lehrern, Ingenieuren und Vollzugsbeamten verloren geht. Dass auch diese Probleme bundesweit verankert sind, verdeutlicht nur, welch hartes Ringen um Nachwuchs herrscht – und welch bitteres Ende ein anhaltend harter Sparkurs noch nehmen kann.  Der Druck auf das Land dürfte über das ganze Jahr anhalten, in dem der Doppelhaushalt 2019/20 beschlossen wird.

Zugleich sind Beamte, die Nebenjobs dringend brauchen, auch ein genereller Weckruf. Gut 2100 Euro verdient ein Berufseinsteiger etwa bei der Polizei, rechnet eine Gewerkschaft vor. Das mag im Verhältnis zu anderen Bundesländern mau sein, ist im Verhältnis zu manch anderen Berufsgruppen aber viel. Reicht die Summe in manchen Gebieten nicht aus, ist das ein Alarmzeichen.

f.schlecht@volksfreund.de