"Melden Sie die Projekte an"

"Melden Sie die Projekte an"

Obwohl das Land neue Zugverbindungen mit 19 Millionen Euro finanzieren will, erntete Verkehrsminister Roger Lewentz bei einem Diskussionsforum zum Thema Mobilität in Trier mehr Kritik als Lob. Grund dafür ist die alte Forderung nach Umgehungsstraßen.

Trier. Nicht nur der Titel des Diskussionsforums "Mit Vollgas in die Sackgasse?", auch der Empfang bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zeigte dem rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD), dass es ein Abend hitziger Debatten werden könnte: Etwa 50 CDU-Mitglieder waren mit Protestplakaten angerückt, um ihrem Wunsch nach Umgehungsstraßen für Trier Ausdruck zu verleihen.
Eine Forderung, mit der der Minister im Laufe des Abends, zu dem die Kammern, die Initiative Region Trier und die Vereinigung Trierer Unternehmer (VTU) eingeladen hatten, immer wieder konfrontiert wurde. Wichtigstes Argument: "die furchtbare Verkehrssituation" im Trierer Tal. Öffentlicher Nahverkehr reiche nicht aus, um die Situation zu entschärfen. "Wenn ich eine Säge brauche, um ein Problem zu lösen, dann kaufe ich mir ja auch keine Zange", sagte HWK-Präsident Rudolf Müller. Harry Thiele (VTU) zufolge fehlt in der Region auch die Akzeptanz für einen öffentlichen Nahverkehr. Peter Adrian, Präsident der IHK bedauerte, dass Lewentz keine Lösung präsentiert habe.
Roger Lewentz und Jutta Blatzheim-Rögler, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, betonten, das Eisenbahnprojekt sei keine schlechte Lösung. Der Ausbau der A 1 habe Vorrang vor anderen Straßenprojekten - und die Verkehrsbelastung Triers sei im Bundesvergleich nicht groß. Man müsse Schwerpunkte setzen und wolle beim Bund nur das anmelden, was auch umsetzbar sei. Im Falle der Umgehungsstraßen gebe es große ökologische Risiken. Landtagsabgeordneter Bernhard Henter (CDU) forderte dennoch: "Melden Sie die Projekte an, dann wären wir zufrieden."

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