Menschenhändler in Spanien festgenommen

Menschenhändler in Spanien festgenommen

Ein Familienclan hat seinen Lebensunterhalt mit Menschenhandel finanziert. In Spanien nahm die Polizei jetzt mehr als ein Dutzend Mitglieder der Bande fest. Spuren der Entführer führen ins Saarland.

Ein knappes Jahr nach der Entführung einer 22-jährigen Frau von einem Straßenstrich im Saarland hat die Polizei Mitglieder eines Menschenhändlerrings festgenommen. Es handle sich um einen osteuropäischen Familienclan, der seinen Lebensunterhalt ausschließlich mit Geldern aus Zwangsprostitution finanziere, teilte das Landespolizeipräsidium in Saarbrücken am Freitag mit. Die Bande sei europaweit tätig gewesen.

Gemeinsame Ermittlungen mit der spanischen Polizei hatten bereits Ende Oktober zu der Festnahme von 16 Familienmitgliedern im Alter zwischen 18 und 48 Jahren in der spanischen Stadt Alzira geführt. Zwei Mitglieder der Bande hatten die 22-jährige, aus Rumänien stammende Prostituierte am 1. Dezember 2018 von dem Straßenstrich vor einer Diskothek in Saarbrücken nach Valencia entführt und diese dort gezwungen, sich weiter zu prostituieren.

Insgesamt hat die Polizei bislang 17 Opfer der Bande ermittelt. Darunter sind zwei weitere Frauen, die im April 2018 vom Straßenstrich in Saarbrücken flüchten konnten. Ein Zuhälter hatte ihnen zunächst die Heirat versprochen und sie dann zur Prostitution gezwungen. Mit dieser so genannten „Loverboy-Methode“ ging die mindestens seit dem Jahr 2016 tätige Bande auch bei anderen Opfern vor. Die Frauen mussten sich in Saarbrücken, Valencia oder Alzira prostituieren.

Laut Polizei sind oft minderjährige Mädchen und junge Frauen aus allen Gesellschaftsschichten von der „Loverboy-Methode“ betroffen. Die Täter sprechen ihre Opfer in Dating-Portalen oder sozialen Netzwerken an und gaukeln ihnen Verliebtheit vor. Später verleiten oder zwingen sie die Frauen zur Prostitution.

Informationen zur "Loverboy-Methode"