Michael Frisch überlegt, AfD-Kreisvorsitz in Trier abzugeben

Kostenpflichtiger Inhalt: Interview mit Michael Frisch : AfD-Landeschef überlegt, Kreisvorsitz in Trier abzugeben

Nach seiner Wahl zum rheinland-pfälzischen AfD-Landeschef sprach der 62-jährige Trierer Michael Frisch im Kurz-Interview darüber, wie er die AfD wandeln will, ob er Joachim Paul vertraut und welches Amt er aufgeben will.

Sie wollen das Image der AfD als Protestpartei wandeln. Warum?

Michael Frisch: Die AfD hat ein breites Programm. Beim Landesparteitag haben wir eine Umweltresolution verabschiedet, um zu zeigen, dass uns auch der Naturschutz ein wichtiges Anliegen ist. Meist werden wir aber nur über unsere Politik bei Einwanderung und Europa wahrgenommen. Wir müssen unsere Kommunikation deutlich verbessern, um das zu ändern.

Ist es nicht undankbar, die Scherben aufräumen zu müssen, die durch Rechtsextremismus-Vorwürfe gegen Joachim Paul entstanden sind?

Frisch: Bei Joachim Paul geht um einen einzelnen Fall, der für Irritationen gesorgt hat und auch dafür, dass er nicht Landesvorsitzender geworden ist. Ich will nichts relativieren, sage aber auch deutlich: Ich sehe überhaupt keinen Hintergrund, ihm rechtsextremistisches Gedankengut zu unterstellen. Es geht darum, ob er die Wahrheit gesagt hat. Menschen beurteile ich nicht danach, was sie möglicherweise in der Vergangenheit getan haben, sondern wie ich sie in der täglichen Arbeit erlebe. Da ist die demokratische Gesinnung von Joachim Paul über jeden Zweifel erhaben.

Führen Sie die AfD als Spitzenkandidat in die Landtagswahl 2021?

Frisch: Ich sehe keinen Automatismus darin, dass der Landesvorsitzende auch Spitzenkandidat sein muss. Natürlich ist der AfD-Landeschef ein natürlicher Kandidat. Erst einmal wollen wir unsere Arbeit machen und dann die Personalentscheidung treffen.

Sie sind AfD-Chef in Land, Kreis, dem Trierer Stadtrat und sitzen im Landtag. Geben Sie ein Amt ab?

Frisch: Ich schließe nicht aus, den Kreisvorsitz in Trier abzugeben, weil ich viele Aufgaben habe und Ämterhäufung nicht im Sinne des Erfinders ist. Im Landesvorstand haben wir aber auch vereinbart, dass ich mehr delegiere, die Mitglieder mehr in die Pflicht nehme und deren Sachkompetenz stärker zum Tragen bringe.

Sie sagen, viele AfD-Sympathisanten trauten sich nicht, Mitglied zu werden. Hat sich das gewandelt?

Frisch: Nein, es ist sogar schlimmer geworden. Der öffentliche Druck auf uns nimmt immer mehr zu und hält viele Menschen davon ab, sich bei uns zu engagieren.

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