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Mikrobiologisches Verfahren entfernt Nitrate aus dem Wasser

Auf einem Feld wurde Gülle ausgebracht. Foto: Patrick Pleul/Archiv
Auf einem Feld wurde Gülle ausgebracht. Foto: Patrick Pleul/Archiv FOTO: Patrick Pleul
Karlsruhe/Mainz. Mit Hilfe von Bakterien kann die Nitratbelastung von Wasser drastisch reduziert werden. Messungen in einer mit diesem Verfahren errichteten Anlage in der Vulkaneifel ergaben, dass selbst bei einer Konzentration bis 150 Milligramm pro Liter - das ist das Dreifache des EU-Grenzwerts für Grundwasser - alle Nitrate entfernt werden, wie die Karlsruher Wissenschaftlerin Victoria Grießmeier mitteilte. Die Bakterien wandeln Nitrate in Luftstickstoff um, der als klimaneutrales Gas entweichen kann. dpa

Die Mikrobiologin am Institut für Angewandte Biowissenschaften (IAB) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat die wissenschaftliche Begleitung eines Projekts übernommen, an dem die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz als Auftraggeber und das Ingenieurbüro SWT Schulz Wassertechnik in der mittelhessischen Stadt Lich mitwirken. Seit Juli 2016 wertet Grießmeier die Daten der unterirdischen Anlage aus, in die belastetes Drainage-Wasser aus umliegenden Feldern fließt.

Nach der Filterung läuft das von Nitraten befreite Wasser talwärts in das Naturschutzgebiet Mürmes, ein Moor mit seltenen Pflanzenarten. „Die Ergebnisse sind sehr gut, ich bin ganz begeistert davon“, sagt der zuständige Biotop-Betreuer Gerd Ostermann.

Landesamt für Umwelt zum Naturschutzgebiet Mürmes