Millionen für Bus und Bahn, aber keine großen Straßenprojekte mehr

Millionen für Bus und Bahn, aber keine großen Straßenprojekte mehr

Verkehrsminister Roger Lewentz plant „in vielen kleinen Schritten deutliche Verbesserungen der Verkehrssituation im Raum Trier“. Große neue Straßenprojekte wie die Nord- und Westumfahrung Trier lehnt Lewentz jedoch ab.

Heute Abend stellt der Verkehrsplaner Stephan Krug bei der Industrie- und Handelskammer Trier eine neue Verkehrsstudie vor. Er hat untersucht, wie sich die Verkehrslage in der Region verbessern lässt. Die rot-grüne Landesregierung sieht ihre Auffassung durch die Studie bestätigt. "Durch den Ausbau des Bus- und Bahnangebots können wir täglich 10.000 Menschen dazu bewegen, das Auto stehen zu lassen", sagt Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD).

Das Land will daher die Bahn-Weststrecke Trier reaktivieren und für 19 Millionen Euro fünf neue Regionalhaltepunkte bauen. Ferner werde es ab 2015 verbesserte Bahnverbindungen im Rahmen des Rheinland-Pfalz-Takts geben, sagt Lewentz. Dazu zählten stündliche Direktverbindungen nach Koblenz, Saarbrücken, Kaiserslautern und Luxemburg. Auf der Strecke Trier-Thionville-Metz-Nancy soll außerdem künftig ein schneller Regionalexpress fahren. Auf der Eifelstrecke (Köln) soll es zusätzlich zu den stündlichen Regionalbahnen drei Sprinterzüge mit wenigen Haltepunkten geben.
Laut Lewentz stützt die Studie diese Pläne, besage allerdings auch, "dass wir damit leider nicht die Stauprobleme in Trier lösen".

Dennoch will das Land weder Nord- noch Westumfahrung verwirklichen. Kritikern, die auch die Meulenwaldautobahn im Norden und den Moselaufstieg im Westen Triers fordern, empfiehlt Minister Lewentz, "sich den Realitäten zu stellen". Alle Projekte stünden in bundesweiter Konkurrenz, und die Verkehrsbelastung falle auf der A.602 bei Trier mit 41.000 Fahrzeugen täglich geringer aus als etwa auf der A.60 bei Mainz (70.000). So habe eine Nordumfahrung keine Chance. Sie würde auch "durch ökologisch hochwertige und topographisch schwierige Bereiche führen". Lewentz weist darauf hin, dass das Land 80 Straßenprojekte zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet habe. Der Löwenanteil der neuen Anmeldungen entfalle auf die Region Trier. Allein den Hochmoselübergang finanziere der Bund mit 375 Millionen Euro, der Weiterbau der A.1 in der Eifel sei mit 330 Millionen Euro veranschlagt.

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