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Ministerin Malu Dreyer sieht keinen Ärzteschwund

Ministerin Malu Dreyer sieht keinen Ärzteschwund

Im ländlichen Bereich fehlen immer mehr Hausärzte. Die Opposition im Mainzer Landtag wirft der Landesregierung Untätigkeit vor. Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) sieht Probleme in vier Regionen des Landes und will sie beheben. Generell gebe es aber keine Unterversorgung.

Mainz. Die Ministerin musste sich am Mittwoch im Landtag Vorwürfe gefallen lassen. Die Landesregierung habe die Probleme über Jahre hinweg kleingeredet, kritisierte CDU-Generalsekretär Josef Rosenbauer. Seit 2002 verliere das Land jedes Jahr Hausärzte. Zudem würden die Mediziner immer älter. Die Kassenärztliche Vereinigung und die Ärzteschaft hätten darauf aufmerksam gemacht, doch es sei nicht reagiert worden. "Es besteht dringender Handlungsbedarf", sagte Rosenbauer.

Ähnlich argumentierte der FDP-Abgeordnete Peter Schmitz. Statistisch gesehen gebe es zwar in Rheinland-Pfalz mehr Ärzte, "aber die Zahlen sind geschönt". Die Versorgung im ländlichen Bereich sei "ein sehr ernstzunehmendes Problem". Die Landesregierung sei dafür zu loben, dass sie dieses Problem "endlich erkannt" habe. Schmitz appellierte an die Ministerin, "in diesem wichtigen Infrastrukturbereich Lösungen zu suchen, auch über den Bundesrat".

Dreyer: Eine Praline aus Senf und Schokolade



Malu Dreyer konterte an die Adresse von Schmitz: "Ihr Lob erinnert mich an eine merkwürdige Praline: Außen besteht sie aus Schokolade, innen aus Senf - das treibt einem die Tränen in die Augen." Die Ministerin betonte, dass es keinen generellen Mangel an niedergelassenen Ärzten gebe, sondern "eher ein Ungleichgewicht zwischen den Regionen des Landes und den verschiedenen Arztgruppen". In 16 von 28 hausärztlichen Planungsbereichen seien sogar wegen einer Überversorgung keine Niederlassungen mehr möglich. Bei jungen Ärzten gehe allerdings die Bereitschaft zurück, sich auf dem Land niederzulassen. Dem werde seit 2007 mit einem "Masterplan" begegnet, an dem Partner wie der Hausärzteverband, die Kassenärztliche Vereinigung, die Landesärztekammer und die Universitätsmedizin der Universität Mainz beteiligt seien.

Dreyer rief die Kritiker dazu auf, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und den Arztberuf generell nicht schlechtzureden. Ministerpräsident Kurt Beck rief dem FDP-Abgeordneten Schmitz zu: "Sie reden das beste Gesundheitssystem der Welt kaputt!" Dessen trockener Konter kam prompt: "Und den besten Ministerpräsidenten der Welt!"