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Ministerpräsidentin Dreyer glaubt an Konzept der Nürburgring-Käufer

Ministerpräsidentin Dreyer glaubt an Konzept der Nürburgring-Käufer

Ministerpräsidentin Malu Dreyer sieht große Chancen für eine gute Zukunft des krisengeschüttelten Nürburgrings. Sie ist vom Konzept der Käufer überzeugt, die bereits akribisch planen. In der Region herrscht allerdings Misstrauen.

Nürburg. Zum zweiten Mal in ihrer Amtszeit hat die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) am Mittwoch die Eifel-Rennstrecke besucht. "Fehler der Vergangenheit können wir leider nicht rückgängig machen", sagte Dreyer vor Ring-Mitarbeitern, Kommunalpolitikern und Bürgern. Doch der Weg für bessere Zeiten sei eingeschlagen.
So sieht es aktuell am Ring aus:
Die Käufer: Obwohl sie das Zepter offiziell erst am 1. Januar 2015 übernehmen, treiben Robertino Wild (Firma Capricorn) und Adam Osieka (Firma Getspeed) die Planungen energisch voran. Besucher des Rings merken das bereits daran, dass ab sofort wieder bar bezahlt werden kann und nicht nur mit der Ring-Karte.
Die Geschäftsabläufe werden bis Ende Juni beleuchtet. Erst dann wird feststehen, wie viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die Achterbahn Ring Racer soll verkauft und anderswo aufgebaut werden - auf Kosten des Erwerbers. Das Gastronomiedorf Grüne Hölle wird geschlossen. An neuen Nutzungen für die riesige Halle Ring-Boulevard oder die Veranstaltungshalle Ring Arena wird gefeilt. Laut Ring-Vertriebschefin Claudia Seibel will man sich international aufstellen. Geschäftsführer Karl-Josef Schmidt sagt: "Wir sind profitabel."
Die Mitarbeiter: Viele der 299 Beschäftigten haben Angst um ihren Job, verrät Betriebsratschef Heinz Hoffmann. Diese Sorgen habe man den Käufern und Malu Dreyer vorgetragen.
Die EU-Kommission: Sie wird nach Angaben von Pietro Nuvoloni, Sprecher der Insolvenzverwalter, wohl bis zum Spätsommer entscheiden, ob der Verkaufsprozess korrekt abgelaufen ist. Die Sanierer gehen fest davon aus. Sollte das nicht der Fall sein, was unterlegene Bieter beklagen, müssten in der Vergangenheit unrechtmäßig geflossene staatliche Beihilfen von den Käufern zurückgezahlt werden. Sie hätten dann ein Rücktrittsrecht.