Mister X lässt grüßen

Achtung, anonym: Vier Monate vor der Landtagswahl greifen nicht unbekannte, aber seltene Methoden der politischen Auseinandersetzung um sich. Man könnte auch sagen: Die Politik zeigt ihre hässliche Fratze.



Begonnen hat es mit einem von unbekannten Justiz-Kennern verfassten Schreiben an alle Abgeordneten der CDU und FDP. Es enthält ein Sammelsurium von heftigen Vorwürfen gegen Justizminister Heinz Georg Bamberger und den Chef des Oberverwaltungsgerichtes Koblenz, Karl-Friedrich Meyer.

In Mainz wird fleißig gerätselt, ob etwas "dran" ist. Die einen sagen: alles Quatsch. Andere meinen, die Detailkenntnis der Verfasser spreche für sich. Einig ist man sich weitgehend, dass das wohl nur ein Staatsanwalt aufklären kann. Eben dort ist der Brief mittlerweile angekommen.

Gleichzeitig läuft die Suche nach den Unbekannten auf Hochtouren. Sie haben auf dem Briefbogen einen Vereinsnamen angegeben, sodass in Vereinsregistern nach ihnen geforscht wird.

Ein anderer Mister X schickte seine anonyme "Strafanzeige" zunächst nicht an die Staatsanwaltschaft, sondern an eine überregionale Zeitung. Inhaltlich geht es um CDU-Generalsekretär Josef Rosenbauer und drei Unions-Mitarbeiter, die Rede ist von angeblich illegaler Parteienfinanzierung, Betrug und Untreue. Der geschockte "General" legte gleich alle Arbeitsverträge offen und räumte aus seiner Sicht die Vorwürfe aus. Allerdings musste er am Donnerstag im Landtag einen süffisanten Seitenhieb des Sozialdemokraten Clemens Hoch erdulden.

Angesichts dieser Vorfälle fragt man sich unwillkürlich, was los ist im Land der Reben und Rüben. Die Antwort lautet: Mister X lässt plötzlich so oft grüßen, weil Wahlkampf ist.