Mit 32 in "Rente"

WITTLICH/COCHEM-ZELL. Dreister Rentenbetrug eines ehemaligen Angestellten der Landesversicherungsanstalt (LVA). Jahrelang hat er mit gefälschten Rentenbescheiden Geld kassiert. Am Dienstag wurde der Mann festgenommen.

Er dachte, er sei besonders clever und hätte ausgesorgt. Mit 32 hat er seinen Job bei der Landesversicherungsanstalt geschmissen, setzte sich zur Ruhe und kassierte "Rente". Allerdings nicht seine. Er betrog seinen Arbeitgeber - und das ziemlich dreist. Der Sachbearbeiter erfand einfach Rentner, deren Altersversorgung er als Mitarbeiter der Rentenversicherung selbst genehmigte. Das Geld floss auf sein Konto. Mit dem Polster im Rücken kündigte er seinen Job. Von 1998 bis heute soll der ehemalige Angestellte die Rentenkasse um 150 000 Euro betrogen haben. Und fast wäre der lukrative Schwindel nicht aufgeflogen. Erst als eine Frau mit ähnlichem Namen wie dem eines erfundenen Beziehers bei der Landesversicherungsanstalt wegen ihrer Rente nachfragte, wurde die Behörde hellhörig. Sie überprüfte den Bescheid des fiktiven Rentners und stieß auf einige Ungereimtheiten. Schnell ergaben die internen Ermittlungen, dass es sich dabei um Betrug handeln musste. Nach einiger Zeit führte die Spur dann zu dem ehemaligen Mitarbeiter, der in einem kleinen Hunsrückort im Kreis Cochem-Zell lebte. Am Dienstag schlugen dann die Fahnder der Kripo Wittlich zu. Sie nahmen den 40-Jährigen fest. Der Mann gestand alles und wurde dem Haftrichter vorgeführt. Der erließ gegen den ehemaligen Angestellten Haftbefehl, der allerdings gegen Auflagen zunächst außer Vollzug gesetzt wurde. Erst kürzlich war im hessischen Kassel ein ähnlicher Schwindel aufgeflogen. Dabei hatte sich ein Mann 26 Jahre lang als sein verstorbener Bruder ausgegeben und dessen Sozialhilfe und Rente kassiert. Rund 100 000 Euro Schaden sollen dabei entstanden sein. Entdeckt wurde der Schwindel bei einer Fahrzeugkontrolle.

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