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Nahverkehr : Mit einem Busticket durchs ganze Land

Nahverkehr : Mit einem Busticket durchs ganze Land

Fünf rheinland-pfälzische Kommunen machen Druck für ein neues Nahverkehrskonzept.

Wer mit dem Bus etwa von Prüm nach Mayen fahren will, der muss nicht nur viel Zeit mitbringen – je nach Verbindung dauert die Fahrt bis zu vier Stunden –, er muss auch zwei verschiedene Fahrkarten kaufen. Weil Mayen nicht mehr zum Verkehrsverbund Region Trier (VRT) gehört, muss für die Fahrt außerhalb des Tarifverbundes ein Extra-Ticket gelöst werden. Damit soll aber bald Schluss sein. Seit zwei Jahren arbeitet das Land an einem neuen Nahverkehrsgesetz. Ein Ziel dabei ist es, wie Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagt, „die Vielzahl von Schnittstellen“ zu reduzieren. Wissing: „Dem Kunden, der im öffentlichen Verkehr aus Rheinhessen nach Trier fahren will, ist es egal, welche Verbünde er nutzt.“ In Zukunft soll es möglich sein, ein einziges Online-Ticket zu lösen. Neben einem einheitlichen Tarifsystem für das komplette Land soll es auch, genau wie beim Nahverkehr auf der Schiene, einen aufeinander abgestimmten Takt mit kurzen Umsteigezeiten und vor allem auf dem Land ein besseres Busangebot geben.

Im Bereich des VRT soll das bis 2025 umgesetzt sein. Im Vulkaneifelkreis ist das neue Buskonzept mit insgesamt 900 neuen Verbindungen bereits im Dezember des vergangenen Jahres gestartet. In Trier-Saarburg soll es ab 2021 einen stündlichen Takt auf vielen Buslinien geben.

Nun machen auch die kreisfreien Städte im Land Druck. Die SPD-Oberbürgermeister von Trier, Ludwigshafen, Kaiserslautern, Koblenz und Mainz haben dazu eine gemeinsame Erklärung verfasst, in der sie eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs fordern. Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe hat die Erklärung gestern Abend Wissing bei einer Diskussionsveranstaltung in der Industrie- und Handelskammer übergeben. Die fünf Städte träten dafür ein, die Nahverkehrsangebote deutlich zu verbessern und das Thema Mobilität „zu einem Top-Thema des Landes“ zu machen, sagt Leibe. Für mehr Lebensqualität sei weniger Individualverkehr in den Innenstädten nötig. Das koste aber viel und sei nur gemeinsam von Bund, Land und Kommunen zu stemmen. Allein in der Region Trier koste der öffentliche Nahverkehr rund 60 Millionen Euro pro Jahr. Der Trierer Stadtrat hat sich dafür ausgesprochen, dass Busfahren in der Stadt billiger werden soll. Wenn die Ticketpreise   um 20 Prozent gesenkt würden, müsse die Stadt zwischen vier und fünf Millionen Euro mehr an den Verkehrsverbund zahlen, sagt Leibe.

Wissing bezeichnet die Erklärung der Oberbürgermeister als „willkommenen Rückenwind“ für die Beratungen über das neue Nahverkehrsgesetz. Bis zur Sommerpause will er den Gesetzentwurf vorlegen. Unterstützt wird er dabei von der CDU-Opposition. Die Gestaltung des Nahverkehrs sei eines der drängendsten Probleme, sagt Gabi Wieland, verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion. „Während es in den Städten vor allem um Preisgestaltung und Verringerung der Emissionen geht, muss auf dem Land zunächst ein regelmäßiges Angebot geschaffen werden.“