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Mit erneuerbaren Energien in der Sahara gegen die Erderwärmung

Mit erneuerbaren Energien in der Sahara gegen die Erderwärmung

Rasanter Anstieg der Weltbevölkerung, Erderwärmung und Energieversorgung: Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind enorm. Aber auch zu bewältigen, wie Wirtschaftsexperte Franz-Josef Radermacher meint.

Bitburg. Dieser Abend ist frustrierend. Weil man als Zuhörer fast zwei Stunden lang mit der erdrückenden Erkenntnis konfrontiert wird, dass es Menschen gibt, die bei noch so komplexen Zusammenhängen einfach den Überblick behalten.
So wie Franz-Josef Radermacher. Der zweifach promovierte Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler ist auf Einladung der Kreissparkasse in die Bitburger Stadthalle gekommen, um dort über die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu referieren.
Doch da Radermacher sein enormes Wissen anschaulich vermitteln kann, ist dieser zunächst ernüchternde Abend für alle Beteiligten ein Gewinn. Was nicht selbstverständlich ist. Denn wo Gewinner sind, gibt es meist auch Verlierer. Beim Blick auf die Weltkarte sind das derzeit vor allem die Afrikaner. Diese flüchten nach Europa, wo einzelne Staaten darauf mit der Schließung ihrer Grenzen reagieren. Radermacher hat dafür wenig Verständnis: "Es ist für mich deprimierend, wie schnell die Europäer bereit sind, wesentliche Errungenschaften Europas einfach wieder aufzugeben."Probleme vor Ort lösen


Bis Ende des Jahrhunderts werde die Bevölkerung von derzeit 7,5 Milliarden auf zwölf Milliarden steigen. Und zwar vor allem in den warmen Ländern, wo die Menschen mit dem Klimawandel am stärksten zu kämpfen hätten. Statt einer Million würden sich so bis 2100 eine Milliarde Menschen auf die Flucht begeben.
Für Radermacher, der seit Jahren die vom ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore ins Leben gerufene Global Marshall Plan Initiative für eine gerechtere Globalisierung unterstützt, steht außer Frage, dass das Problem vor Ort gelöst werden muss. Und durch den Einsatz erneuerbarer Energien in der Sahara sei das auch möglich, ist der Mathematiker überzeugt. Der Strom ermögliche den Betrieb von Wassergewinnungsanlagen und dadurch die Bewirtschaftung von Feldern. Und das alles klimaneutral.
Im Kampf gegen die weitere Erderwärmung wäre das ein wichtiger Schritt. Und darüber hinaus auch sinnvoller als Häuser zu dämmen, wie der Wirtschaftsexperte meint. "Man kann das Problem am Globus nicht in Deutschland lösen", kritisiert er die heimische Klimapolitik. "Wir können den tausendfachen Effekt erreichen, wenn wir anstatt zu dämmen für das gleiche Geld Regenwälder aufforsten" uhe