Mit oder ohne Leine?

KOBLENZ. (sey) Mit seinem nimmermüden Einsatz für klar abgegrenzte Bezirke, in denen Hunde ohne Leine laufen dürfen, hat sich der Hetzerather Wilhelm Jungen einen Namen gemacht. Mit seiner jüngsten Initiative vor Gericht könnte er allerdings den Kürzeren ziehen.

Wilhelm Jungen steht mal wieder vor Gericht. Einmal mehr geht's um die Gefahrenabwehrverordnung der Verbandsgemeinde Trier-Land. Die ist dem rechtskundigen Weimeraner-Züchter aus Hetzerath (Kreis Bernkastel-Wittlich) in einem Punkt zu unbestimmt; zu vage, würde es der Laie nennen. Deshalb ist Jungen mit einem so genannten Normenkontrollantrag vors Koblenzer Oberverwaltungsgericht (OVG) gezogen. Der Punkt in der Gefahrenabwehrverordnung, der Jungen stört, ist Paragraf drei - Umgang mit Hunden.In einem Punkt gute Karten

Danach sind Vierbeiner in der Verbandsgemeinde Trier-Land "auf öffentlichen Straßen innerhalb bebauter Ortslagen" anzuleinen. Außerhalb bebauter Ortslagen darf Bello ohne Leine herumlaufen, es sei denn, andere Personen kommen in die Quere. Innerhalb und außerhalb bebauter Ortslage seien Begriffe, mit denen Otto Normalverbraucher nur schwerlich etwas anfangen könne, meint Jungen und fordert klar abgegrenzte Bereiche, in denen Fiffi an die Leine muss oder eben nicht. In der mündlichen Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht am gestrigen Donnerstag sah es nicht so aus, als würden die Richter Jungens Ansinnen folgen. Nur in einem Punkt hat der Hetzerather offenbar gute Karten: Dass Hunde auch dann anzuleinen sind, wenn sie "sich nicht einsehbaren Flächen nähern", fanden auch die Juristen ein bisschen schwammig. Das Urteil fällt vermutlich in zwei Wochen.