Mit Pauken und Trompeten

TRIER. Weiterer Schritt zum Abzug der Bundeswehr aus Trier: Generalmajor Bernd Diepenhorst hat das Verteidigungsbezirkskommando (VBK) 42 in einem Festakt im Kurfürstlichen Palais Trier offiziell außer Dienst gestellt. Neuer Standortältester ist Oberst Volker Saueressig, dessen Vorgänger Oberst Claus Rosenbauer das neue Landeskommando Rheinland-Pfalz in Mainz leitet.

Das VBK 42 war 1958 zunächst nur für den Regierungsbezirk Trier gegründet worden und für Aufgaben militärisch-ziviler Zusammenarbeit sowie für Heimat-, Katastrophen- und Objektschutz zuständig. Seit 1996 umfasste es auch den Regierungsbezirk Koblenz. Es geht nun im neuen Landeskommando mit Sitz in Mainz auf, das unter der Leitung des vormaligen Trierer VBK-Chefs Oberst Claus Rosenbauer steht. "Wir beenden ein Bundeswehr-Kapitel in Trier und sagen zwar leise Danke und Servus, aber dies mit Pauken und Trompeten", sagte Rosenbauer vor rund 300 geladenen Gästen in Anspielung auf das anschließende Serenadenkonzert des Heeresmusikkorps 300. Die VBK-42-Auflösung erfolgt im Rahmen der 2001 eingeleiteten Transformation der Bundeswehr. Von dieser Umstrukturierung ist Trier besonders betroffen. Nach 2010 wird es dort voraussichtlich "nur noch eine Hand voll" Uniformträger geben. Volker Saueressig neuer Standortältester

Lediglich die Wehrtechnische Dienststelle auf dem Grüneberg und Teile des Kreiswehrersatzamts in der Jägerkaserne, die fast ausschließlich mit Zivilbeschäftigten arbeiten, sollen der Stadt erhalten bleiben. Die Bestimmung der Stellen sei es "über viele Jahre gewesen, ein Militärstandort zu sein", betonte OB Helmut Schröer in seinem Grußwort. Zeitweilig lebten 15 000 französische Soldaten in der nach Paris zweitgrößten Garnison in Trier. Selbst das Kurfürstliche Palais, Schauplatz des Festakts am Donnerstag, diente unter Franzosen und Preußen zeitweilig als Kaserne, wie ADD-Präsident und Gastgeber Josef Peter Mertes in Erinnerung rief. An der Spitze des VBK 42, das seit 1981 seinen Sitz in der Trier-Eurener Jägerkaserne hatte, standen in den knapp 49 Jahren seines Bestehens zehn Kommandeure. Sie trugen vor allem in Zeiten des Kalten Krieges die Führungsverantwortung für bis zu 3000 Soldaten, davon bis zu 95 Prozent Reservisten. Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes 1990 verlagerte sich der Schwerpunkt der Verteidigungsbezirkskommandos hin zur Hilfe für die Bundeswehr im Krisen- und Katastrophenfall. Die "Außerdienststellung" des VBK 42 nahm der Befehlshaber des Wehrbereichs II, Generalmajor Bernd Diepenhorst vor, der anschließend Oberst Volker Saueressig zu Rosenbauers Nachfolger als Trierer Standortältesten ernannte. Saueressig, Kommandeur im Fernmeldebereich 92, ist damit für die Koordinierung des militärischen Betriebs der noch in Trier verbliebenen Dienststellen zuständig und fungiert als Mittler zwischen Bundeswehr und zivilen Stellen.