Mit Vollgas ins Rennen

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Allerlei Stars und Promis werden am kommenden Donnerstag zur Eröffnung des neuen Freizeitzentrums am Nürburgring erwartet. Tennis-Legende Boris Becker kommt ebenso wie Ex-Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone.

Wer von diesen drei Herren als erstes die Beschleunigungs-Orgie bei der Jungfernfahrt des neuen "Race Coaster", der schnellsten Achterbahn der Welt, genießen darf, bleibt vorerst ein Geheimnis. Klar ist aber schon, dass sich die in den vergangenen Monaten aufgrund der komplexen Finanzierung der größten Baustelle des Landes gescholtenen SPD-Spitzenpolitiker erstmals im Glanz des neuen Rings sonnen werden. So nutzt Ministerpräsident Kurt Beck die Gunst der Stunde und "entführt" zahlreiche Journalisten im Rahmen seiner jährlichen Sommerreise an die Rennstrecke. Auch Wirtschaftsminister Hendrik Hering und Finanzminister Ingolf Deubel werden bei der Eröffnungsshow mit Vollgas ins Rennen gehen. Für letzteren dürfte der große Trubel eine Genugtuung sein. So manches Mal kam der Professor aufgrund seines stark kritisierten Finanzmodells öffentlich ins Schleudern, und die Opposition im Landtag wird ihn auch weiterhin in den Schwitzkasten nehmen. Doch am Donnerstag wird erst einmal kräftig gefeiert. Es sind zwar noch nicht alle Kräne verschwunden, aber die imposanten Bauwerke sind im Rekordtempo hochgezogen worden, was eine logistische Meisterleistung darstellt. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die gigantische Investition von 252 Millionen Euro auf Dauer auszahlt und nicht der Steuerzahler das Risiko ausbaden muss. Manche Herren am Ring haben diese Erfahrung bereits gemacht, waren sie doch vormals beim Space Park in Bremen aktiv. Dort stehen heute nur noch Ruinen.