1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Mit zwei Nashorn-Hörnern in der Reisetasche unterwegs

Mit zwei Nashorn-Hörnern in der Reisetasche unterwegs

Nashorn-Hörner am Frankfurter Flughafen beschlagnahmt - Antik-Händler in Untersuchungshaft

Beamte des Zolls haben am Frankfurter Flughafen zwei Nashorn-Hörner sowie fünf Elfenbeinschnitzereien beschlagnahmt. Die artengeschützten Exemplare waren bei einer Kontrolle im Reisegepäck entdeckt worden und sollten nach Bangkok verbracht werden. Beamte des Hauptzollamtes konnten daraufhin einen 57 Jahre alten Deutscher als Besitzer identifizieren. Weil dieser nicht eine erforderliche Ausfuhrgenehmigung vorlegen konnte, wurde er festgenommen und die Gegenstände beschlagnahmt. "Der Schwarzmarktwert der beschlagnahmten Hörner mit einem Gewicht von 2,2 und 1,1 Kilogramm beläuft sich auf schätzungsweise 200.000 Euro", so Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher der Frankfurter Zollfahndung. Der 57-Jährige, der in Thailand lebt, gab in seiner Vernehmung an, er habe die Hörner auf einer Antik-Auktion in Paris zum Preis von insgesamt 51.600 Euro erworben und wolle diese im asiatischen Raum verkaufen. Er legte CITES Dokumente (Artenschutzdokumente) vor, die den ordnungsgemäßen Besitz belegen sollten und seiner Meinung nach die erforderlichen Ausfuhrdokumente darstellen würden. "Der Beschuldigte durfte die Nashorn-Hörner nicht ausführen. Eine erforderliche Ausfuhrgenehmigung lag nicht vor. Diese wären ihm im Hinblick auf eine kommerzielle Verwendung der Hörner auch nicht erteilt worden", so Schmidt weiter. Sollte sich der Verdacht des Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz bestätigen, so hat der Mann mit einer Haftstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren zu rechnen.
Extra


Seit 1977 sind alle Nashornbestände im Anhang I (besonders streng geschützte, vom Aussterben bedrohte Arten) des WA (Washingtoner Artenschutzübereinkommens) aufgenommen, es gilt ein internationales Handelsverbot. Kriminell organisierte Banden töteten im vergangen Jahr 668 Tiere in Südafrika, um auf dem Schwarzmarkt pro Kilogramm Horn bis zu 70.000 Euro zu erzielen, mehr als bei einem Kilogramm Gold (67.000).In den vergangen Jahren wurden zudem zahlreiche Hörner in Museen, Auktionshäusern und Sammlungen gestohlen.Das aus Keratin (einem fibrillären Protein) bestehende Horn wird in Ostasien primär in der traditionellen Chinesischen Medizin geschätzt. In pulverisierter Form wird es als Medikament gegen Fieber und Schmerzen sowie als Aphrodisiakum verwendet.Darüber hinaus werden im Nahen Osten die Griffe des "Jambia-Dolches" aus dem Horn gefertigt und dienen so als Statussymbol.