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Mord im Konzer Drogenmilieu: 20-Jähriger zu neun Jahren Jugendstrafe verurteilt

Mord im Konzer Drogenmilieu: 20-Jähriger zu neun Jahren Jugendstrafe verurteilt

Nach dem Mord an einem 19-Jährigen hat das Trierer Landgericht am Dienstag einen 20-Jährigen zu einer neun Jahre langen Jugendstrafe verurteilt. Der Mann hat gestanden, das Opfer erstochen zu haben, um Drogen zu erbeuten.

René S. aus der Verbandsgemeinde Saarburg ist seit Dienstag ein verurteilter "Mörder". Das machte der Vorsitzende Richter der ersten großen Jugendkammer am Trierer Landgericht, Albrecht Keimburg, bei der Urteilsverkündung klar. Der 20-Jährige hatte zuvor gestanden, am 27. September Max W. aus Konz bei einem Drogengeschäft erstochen zu haben. Das Gericht hat ihn dafür zu einer neunjährigen Jugendstrafe verurteilt.

Richter Keimburg sieht gleich zwei Mordmerkmale erfüllt: Der Täter habe sein Opfer aus Habgier umgebracht hat. Mit der Tat habe er zudem einen Raub ermöglicht. "Es ging um Gras im Grammbereich und 100 oder 200 Euro", sagte der Richter. Gerade weil es sich um eine solch geringe Beute handele, sei Habgier besonders wahrscheinlich, zitiert er die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Das Urteil sei ziemlich hart angesichts der Tatsache, dass im Jugendstrafrecht in der Regel eine Höchststrafe von zehn Jahren vorgesehen ist, erläutert Keimburg.

Dass der 20-Jährige trotz seiner Volljährigkeit eine Jugendstrafe für den Drogenmord bekommt, begründet das Gericht mit einer Reifeverzögerung, die auch die Jugendgerichtshilfe und die Staatsanwaltschaft festgestellt haben. Nicht nur seine Eltern hätten sich früh voneinander getrennt. Er selbst sei von beiden Eltern getrennt worden. In der Obhut seiner Tante sei er oft mit einem Gürtel verprügelt worden, hieß es vor Gericht. Auch später, als er bei seinem Vater, einem Alkoholiker, gelebt habe, habe er Misshandlungen erdulden müssen. Erst als er zurück zu seiner Mutter kam, habe sich seine Lebenssituation verbessert.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten haben eine Woche Zeit, Rechtsmittel einzulegen.